Unser letzter Sommer

Drama | Polen/Deutschland 2015 | 100 Minuten

Regie: Michal Rogalski

Ostpolen im Sommer 1943. Ein knapp 18-jähriger deutscher Soldat und ein gleichaltriger Pole sehen sich dem Strudel von Tod und Verderben ausgesetzt und erleben dadurch den Verlust ihrer Unschuld. Auf dem schmalen Grat von Naivität und Gleichgültigkeit, Lebenslust und Todesangst balancierend, werden ihnen Entscheidungen abgerungen, die sie für immer belasten werden. Ein atmosphärisch dichtes, historisch präzises, vor allem in den Hauptrollen herausragend gespieltes Drama, das Polen wie Deutsche gleichermaßen differenziert darstellt. Das Schicksal der beiden Hauptfiguren weitet sich überzeugend zur Parabel über persönliche Verantwortung und Versagen in grausamen Zeiten. - Sehenswert ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
LETNIE PRZESILENIE
Produktionsland
Polen/Deutschland
Produktionsjahr
2015
Regie
Michal Rogalski
Buch
Michal Rogalski
Kamera
Jerzy Zielinski
Musik
Alexander Hacke · Rainer Oleak
Schnitt
Milenia Fiedler
Darsteller
Jonas Nay (Guido) · Filip Piotrowicz (Romek) · Gerdy Zint (Odi) · Steffen Scheumann (Oberleutnant) · André M. Hennicke (Feldwebel)
Länge
100 Minuten
Kinostart
22.10.2015
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 14.
Genre
Drama

Heimkino

Der Film enthält eine Audiodeskription für Sehbehinderte. Die Extras umfasse u.a. ein längeres Interview mit der Regisseur (19 Min.).

Verleih DVD
Lighthouse (16:9, 2.35:1, DD5.1 dt.)
Verleih Blu-ray
Lighthouse (16:9, 2.35:1, dts-HDMA dt.)
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Ostpolen 1943: 18-Jähriger Deutscher und gleichaltriger Pole erleben Ende der Unschuld

Diskussion
Sinn und Zweck von Kino-Co-Produktionen bestehen heute oft darin, Fördergelder zusammenzutragen, die in einem Land allein nur schwerlich aufzutreiben wären. Inhaltliche Aspekte sind meist zweitrangig. Michal Rogalskis deutsch-polnische Gemeinschaftsproduktion macht da eine erfreuliche Ausnahme. Hier war das Zusammenspiel von Produzenten, künstlerischen Mitarbeitern und Darstellern aus zwei Ländern tatsächlich zwingend: Der Film hat gleichermaßen mit deutscher und polnischer Geschichte zu tun. „Unser letzter Sommer“ führt ins deutsch besetzte Ostpolen im Kriegsjahr 1943. Noch ist die Front weit entfernt, aber die Bilder malerischer Landschaften, die sonnendurchfluteten Aufnahmen einer scheinbar unberührten Natur täuschen: Auch im Hinterland sind Tod und Vernichtung präsent. Die Güterzüge, die hier durchkommen, fahren von und nach Auschwitz. Jeder weiß, was mit den Tausenden in die Waggons eingepferchten Menschen geschieht, und niemand verliert darüber ein Wor

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