Madimak - Carinas Tagebuch

Drama | Türkei 2015 | 91 Minuten

Regie: Ulas Bahadir

Eine niederländische Studentin reist 1993 in die Türkei, um die gesellschaftliche Stellung der Frauen zu erforschen, und gerät in einen Kreis weltoffener alevitischer Intellektueller. Deren tolerante Haltung erregt jedoch den Zorn fundamentalistischer Muslime, die schließlich das Tagungshotel der Gruppe in Brand stecken. Die Spielfilmaufarbeitung eines Anschlags, bei dem 35 Menschen ums Leben kamen, will politisch Stellung beziehen, verärgert jedoch durch die plakative Schwarz-Weiß-Zeichnung der Figuren. Allenfalls der Appell an Gewaltlosigkeit und die Warnung vor einer Spaltung der Türkei verdienen Beachtung. - Ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
MADIMAK-CARINA'NIN GÜNLÜGÜ
Produktionsland
Türkei
Produktionsjahr
2015
Regie
Ulas Bahadir
Buch
Ulas Bahadir
Kamera
Baris Aygen · Lukas Gnaiger
Musik
Yildiray Gürgen
Schnitt
Koray Ecer
Darsteller
Denise Ankel (Carina) · Füsun Demirel (Sultan Sivri) · Riza Akin (Ali Sivri) · Altan Erkekli (Metin Altiok) · Muhlis Asan (Aziz Nesin)
Länge
91 Minuten
Kinostart
01.10.2015
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 14.
Genre
Drama

Spielfilmaufarbeitung eines fundamentalistischen Anschlags auf liberale Aleviten

Diskussion
Am 2. Juli 1993 kamen bei einem Brandanschlag, der im Rahmen einer „spontanen“ Massendemonstration fundamentalistischer Muslime in der zentralanatolischen Stadt Sivas auf ein Hotel verübt wurde, 35 Menschen ums Leben. „Madimak – Carinas Tagebuch“ erzählt die Ereignisse aus der Sicht einer niederländischen Studentin, die zu den Opfern des Mobs gehörte – und scheitert an der holzschnittartigen Perspektive des Regisseurs Ulaş Bahadir und seiner Produzenten Safak Birben und Hüseyin Kursun, die hier jeweils ihre Spielfilmdebüts vorlegen. Bahadir will politisch Stellung beziehen und den tragisch zu Tode Gekommenen ein Denkmal setzen. Dazu begibt er sich in seinem Film mit der Anthropologie-Studentin Carina Juanna auf den Weg in die Türkei, die dort für ihre Dissertation über die Stellung der Frau in der Gesellschaft

Filmdienst Plus

Ich habe noch kein Benutzerkonto
Kommentar verfassen

Kommentieren