Chuck Norris und der Kommunismus

Dokumentarfilm | Großbritannien/Rumänien/Deutschland 2015 | 78 Minuten

Regie: Ilinca Calugareanu

Als in den 1980er-Jahren das Ceausescu-System Rumänien rigoros gegen westliche Einflüsse abschottete, gelangten US-amerikanische Actionfilme immer noch als Video-Raubkopien ins Land. Die auf dem Schwarzmarkt vertriebenen Filme waren häufig nur von einer einzigen Sprecherin synchronisiert, wobei die markante Stimme von Irina Nistor zur Projektionsfläche mancher Männerfantasie wurde. Der recht unterhaltsame, formal sehr konventionelle Dokumentarfilm spürt mit Ironie und dem Hang zu Verschwörungstheorien den Auswüchsen dieser Underground-Kultur nach und mischt schrille Nostalgie und kuriose Reenactments mit kursorischen Rückblicken auf eine untergegangene Welt. - Ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
CHUCK NORRIS VS COMMUNISM
Produktionsland
Großbritannien/Rumänien/Deutschland
Produktionsjahr
2015
Regie
Ilinca Calugareanu
Buch
Ilinca Calugareanu
Kamera
Jose Ruiz
Musik
Rob Manning · Anne Nikitin
Schnitt
Per K. Kirkegaard · Ilinca Calugareanu
Darsteller
Ana Maria Moldovan (Irina) · Dan Chiorean (Zamfir) · Valentin Oncu (Mircea) · Cristian Stanca (Orzan) · Petre Bacioiu (Petrulea)
Länge
78 Minuten
Kinostart
12.11.2015
Pädagogisches Urteil
- Ab 14.
Genre
Dokumentarfilm | Komödie

Unterhaltsame Doku über die Bedeutung amerikanischer Raubkopien im rumänischen Ceausescu-Regime

Diskussion
Als David Hasselhoff den Fall der Berliner Mauer besorgte, wirkten seine Hollywood-Kollegen andernorts virtuell, aber nicht weniger subversiv. So führten in Rumänien beispielsweise VHS-Raubkopien von Hollywood-Mainstream à la „Rambo“ (fd 23 808), „Dirty Dancing“ (fd 26 426) oder auch „Pretty Woman“ (fd 28 342) vielleicht nicht gerade zum Sturz des Ceausescu-Regimes; sie boten den Besuchern illegaler, aber kostenpflichtiger Videoabende jedoch schon einen Vorgeschmack auf das, was nach dem Untergang des realen Sozialismus folgen sollte. Diese These vertritt nicht ganz unironisch die HBO-Dokumentation „Chuck Norris und der Kommunismus“ von Ilinca Calugareanu, die kurz die politische Situation in Rumänien während der 1980er-Jahre skizziert. Damals wollte die Regierung das Land radikal gegen westliche Einflüsse abschotten. Das Fernsehprogramm wurde auf tägliche zwei Stunden reduziert und diente pr

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