Bridge of Spies - Der Unterhändler

Spionagefilm | USA 2015 | 142 Minuten

Regie: Steven Spielberg

Auf dem Höhepunkt des Kalten Kriegs wird im Jahr 1957 in New York ein russischer Spion enttarnt. Vor Gericht wird ihm ein unerfahrener Pflichtverteidiger zur Seite gestellt, der sich als so hartnäckig und versiert erweist, dass er mit einer heiklen Mission beauftragt wird: Er soll mit den Sowjets einen Austausch des Gefangenen gegen den abgeschossenen U2-Piloten Gary Powers zuwege bringen. Darstellerisch wie technisch virtuos gestaltetes Drama mit unverkennbaren gedanklichen Parallelen zur US-amerikanischen Befindlichkeit nach den 9/11-Anschlägen. Die an klassischen Vorbildern orientierte Erzählweise der kunstvollen ersten Hälfte erinnert an einen „Film Noir“, in dem die Prinzipien der Demokratie gegen Hysterie und Voreingenommenheit abgewogen werden, während die zweite Hälfte eher als Spionagedrama à la John le Carré funktioniert. - Sehenswert ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
BRIDGE OF SPIES
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2015
Regie
Steven Spielberg
Buch
Matt Charman · Ethan Coen · Joel Coen
Kamera
Janusz Kaminski
Musik
Thomas Newman
Schnitt
Michael Kahn
Darsteller
Tom Hanks (James Donovan) · Mark Rylance (Rudolf Abel) · Amy Ryan (Mary Donovan) · Alan Alda (Thomas Watters) · Austin Stowell (Francis Gary Powers)
Länge
142 Minuten
Kinostart
26.11.2015
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 14.
Genre
Spionagefilm | Thriller
Diskussion
Ein unscheinbarer Mann mittleren Alters sitzt in seinem Zimmer vor einer Staffelei. Der Raum scheint Wohnung und Arbeitsstätte in einem zu sein. Man sieht ihn nur von hinten, doch sein Gesicht ist zweifach erkennbar: in einem Spiegel und auf dem fast fertigen Selbstporträt. Mit dieser Szene beginnt „Bridge of Spies“, womit Steven Spielberg sogleich deutlich macht, dass Protagonist wie Story verschiedene Dimensionen besitzen, deren Dechiffrierung Anspruch und Reiz des Films ausmachen. Historische Stoffe, besonders über umstrittene Personen und Ereignisse, bedürfen einer mehrdimensionalen Darstellung, wenn sie den Geist und die Bedeutung, die ihnen innewohnen, Angehörigen späterer Generationen vermitteln wollen. Die Parteinahme für eine historische Idee oder Gestalt ist einfach; sie aus der Zeit und ihrer gesellschaftlichen Situation begreifbar und nacherlebbar zu machen, ist hingegen die eigentliche und schwierigste Aufgabe jedes Autors und Filmemachers. Spielberg hat sich daran schon mehrmals versucht – und bewährt. „Amistad“ (fd 33 014), „München“ (fd 37 431), „Schindlers Liste“ (fd 30 663), „Der Soldat James Ryan“ (fd 33 341) und vor allem „Lincoln“ (fd 41 506) kommen ins Gedächtnis. „Bridge of Spies“ ist eine logische Fortsetzung dieser Filme. Sie alle mögen durchaus publikumsfreundliche Genre-Filme sein, doch in der Detailliertheit ihrer Perspektive behalten sie den historischen Kern ihrer Geschichten stets im Auge, auch wenn sie sich künstlerische Freiheiten nehmen und dem Kino geben, was des Kinos ist. Der Protagonist, de

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