Mademoiselle Hanna und die Kunst, Nein zu sagen

Komödie | Frankreich 2015 | 100 Minuten

Regie: Baya Kasmi

Die junge algerisch-stämmige Personalchefin eines französischen Weinhandels heitert Männer, die sie entlassen muss, auf und entschädigt sie mit Sex. Erst als sie sich in einen freundlichen Arzt verliebt, hinterfragt sie ihren seltsamen Altruismus. Komödiantische Liebes- und Entwicklungsgeschichte, in die weitere Erzählungen über den frommen Bruder der Frau und ihre nach Frankreich emigrierte Eltern eingewoben sind. Themen wie Identitätsfindung, Gutmenschentum, Laizismus, Parallelgesellschaften und das Wiedererstarken von Religion reißt der Film nur grob an. Zudem hebelt sich die satirische Anprangerung der weiblichen Fremdbestimmung selbst aus, indem der Emanzipationsprozess in ein klassisches Happy End mündet. - Ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
JE SUIS À VOUS TOUT DE SUITE
Produktionsland
Frankreich
Produktionsjahr
2015
Regie
Baya Kasmi
Buch
Baya Kasmi · Michel Leclerc
Kamera
Guillaume Deffontaines
Musik
Jérôme Bensoussan
Schnitt
Monica Coleman
Darsteller
Vimala Pons (Hanna Belkacem) · Mehdi Djaadi (Hakim Belkacem) · Agnès Jaoui (Simone Belkacem) · Ramzy Bedia (M. Belkacem) · Laurent Capelluto (Dr. Paul Martins)
Länge
100 Minuten
Kinostart
14.01.2016
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 14.
Genre
Komödie

Heimkino

Verleih DVD
Warner (16:9, 2.35:1, DD5.1 engl./dt.)
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Satire im französisch-algerischen Migranten-Milieu von Baya Kasmi

Diskussion
Obwohl Hanna als Personalchefin in einem Weinhandel einen guten Job hat, fühlt sie sich als ein Niemand. Sie forscht den eigenen Wünschen und Bedürfnissen nicht nach, da sie anderer Leute Frust kompensieren zu müssen glaubt. In erster Linie ist es das männliche Geschlecht, dem sie Trost spenden will. Sex macht in ihrem Weltbild allen Schaden wieder gut. Doch als sie ihrem Bruder eine Niere spenden soll, kommt sie über ihre Opferfreudigkeit ins Grübeln. Für die Regisseurin Baya Kasmi ist das Gefühl, jederzeit zu Diensten stehen zu müssen, keinesfalls nur ein weibliches Problem. Das Gebot der Selbstverleugnung, beseelt vom Wunsch nach Anerkennung und gesellschaftlicher Teilhabe, legen sich auch Migranten – und zwar beiderlei Geschlechts – auf, vor allem die der ersten Einwanderergeneration. Um von der schwierigen Identitätsfindung beider Gruppen zu erzählen, will ihr Film Komödie, Entwicklungsgeschichte, Lie

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