Drama | USA 2014 | 85 Minuten

Regie: Dito Montiel

Ein bieder ergrauter Bankangestellter aus Nashville, Tennessee, gabelt nach einem Besuch bei seinem alten Vater am Straßenrand einen jungen Stricher auf. Im Kontakt mit ihm gesteht er sich ein, was er schon lange ahnte: dass seine jahrzehntelange Ehe vielleicht nicht rundweg falsch war, aber nicht zu ihm passt. Das Drama eines späten „Coming out“ verlässt sich ganz auf die darstellerische Klasse von Robin Williams in einer seiner letzten Rollen, dessen erschütternde Darstellung von Schwermut und erloschenem Lebensgeist nur schwer vom Schicksal des Schauspielers zu trennen ist. Die ebenso traurige wie hoffnungsvolle Liebes- und Lebensgeschichte gewinnt durch die intensive, wenngleich mitunter etwas zu akzentuierte Interpretation aller Hauptfiguren eine tiefe Ernsthaftigkeit. - Ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
BOULEVARD
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2014
Regie
Dito Montiel
Buch
Douglas Soesbe
Kamera
Chung Chung-hoon
Musik
Jimmy Haun · David Wittman
Schnitt
Jake Pushinsky
Darsteller
Robin Williams (Nolan Mack) · Kathy Baker (Joy Mack) · Bob Odenkirk (Winston) · Giles Matthey (Eddie) · Roberto Aguire (Leo)
Länge
85 Minuten
Kinostart
21.01.2016
Fsk
ab 12
Pädagogisches Urteil
- Ab 14.
Genre
Drama

Heimkino

Die Extras enthalten u.a. ein interviewartiges "Q&A" (New York Film Critics Series, 32 Min.) und ein Feature mit im Film nicht verwendeten Szenen (8 Min.).

Verleih DVD
Pro-Fun (16:9, 2.35:1, DD5.1 engl./dt.)
Verleih Blu-ray
Pro-Fun (16:9, 2.35:1, DD5.1 engl./dt.)
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Robin Williams in einer seiner letzten Rollen

Diskussion
„Boulevard“ ist einer der letzten Spielfilme, die Robin Williams gedreht hat. Williams spielt darin einen bieder ergrauten Bankangestellten, der sich in einen Strichjungen verliebt. Es ist fast unmöglich, Williams’ persönliches Schicksal, seine Depressionen und seinen Suizid auszublenden, wenn man sieht, wie schwermütig seine Filmfigur Nolan durch den US-amerikanischen Kleinstadtalltag wankt. Williams zählte zu den wenigen Schauspielern, die in Dramen und Komödien gleichermaßen überzeugten. Dennoch wurde er öffentlich vor allem als Komiker wahrgenommen. Die albern überdrehte „Mrs Doubtfire“ (fd 30 629) wurde er nie mehr los. Auch all die köstlichen Grimassen, die der Hollywoodstar im Laufe seiner Filmkarriere schnitt, formen den Resonanzraum, den die starre Mimik Nolans, sein fahles Gesicht zum Schwingen bringen. Der quirlige, heitere Williams aus der Erinnerung lässt seinen ernsten, behäbigen Schreibtisch-Jedermann ums

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