Der Kuaför aus der Keupstraße

Dokumentarfilm | Deutschland 2015 | 98 Minuten

Regie: Andreas Maus

Am 9. Juni 2004 explodierte in einer türkischen Einkaufsstraße in Köln-Mülheim eine Nagelbombe. Obwohl sich fremdenfeindliche Motive aufdrängten, verdächtigte die Polizei jahrelang die Opfer, hinter dem Anschlag zu stehen. Der Dokumentarfilm beleuchtet Hintergründe und Auswirkungen des Anschlags, wobei er unterschiedliche erzählerische Ansätze wählt, unter denen der geduldig-stille Umgang mit den Opfern besonders hervorsticht. Während er sich in exemplarischen Tableaus und szenischen Zuspitzungen entfaltet, gelingen ihm überdies Glanzstücke teilnehmender Beobachtung. (Teils O.m.d.U.) - Ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2015
Regie
Andreas Maus
Buch
Andreas Maus · Maik Baumgärtner
Kamera
Hajo Schomerus
Musik
Maciej Sledziecki · Marion Wörle
Schnitt
Rolf Mertler
Darsteller
Taner Sahintürk (Kuaför Özcan Yildirim) · Attila Öner (Kuaför Hasan Yildirim) · Sesede Terziyan (Frau des Kuaförs Özcan Yildirim) · Aylin Esener (Frau des Kuaförs Hasan Yildirim) · Sebastian Weber (Polizeilicher Ermittler)
Länge
98 Minuten
Kinostart
25.02.2016
Fsk
ab 0; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 14.
Genre
Dokumentarfilm

Heimkino

Verleih DVD
Real Fiction (16:9, 1.78:1, DD5.1 türk. & dt.)
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Diskussion
Die Keupstraße im Kölner Stadtteil Mülheim geriet 2004 in den Fokus der bundesdeutschen Medien, als am 9. Juni eine Nagelbombe vor dem Friseurladen von Özcan Yildirim explodierte. Viele Menschen wurden zum Teil schwer verletzt; wie durch ein Wunder kam niemand ums Leben. Wer hinter dem Anschlag steckte, wurde erst sieben Jahre aufgedeckt: die NSU. Bis zu diesem Zeitpunkt wollten die Behörden partout nichts vom rechtsradikalen Terrorismus wissen. Ganz im Gegenteil: Die Ermittler verdächtigten die mehrheitlich türkischstämmigen Opfer als Täter und unterwarfen sie jahrelang einer haarsträubenden polizeilichen Willkür. Noch heute sprechen die Betroffenen davon, dass zwei Bomben detoniert seien: „Die Nagelbombe war nur die erste; die andere, die größere war für uns, dass der Rechtsstaat versagt hat.

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