Drama | Frankreich/Deutschland 2016 | 98 Minuten

Regie: Mia Hansen-Løve

Als eine Philosophie-Lehrerin nach 25 Jahren Ehe überraschend von ihrem Mann verlassen wird und wenig später auch noch ihre Mutter stirbt, sieht sie sich einer neuen Freiheit gegenüber. Das mit großer Leichtigkeit, zugleich mit viel Gelassenheit und Klarheit erzählte Porträt einer nicht mehr jungen bürgerlich-intellektuellen Frau, die ihr Leben nicht als Mangel und Kompromiss, sondern als erfüllte, sich stets in Bewegung befindende Gegenwart versteht und es dementsprechend gestaltet. Vorzüglich gespielt, kreist der Film hellsichtig um Spuren der Zeit, ebenso um Abschiede wie auch ums Weitermachen. - Sehenswert ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
L' AVENIR
Produktionsland
Frankreich/Deutschland
Produktionsjahr
2016
Regie
Mia Hansen-Løve
Buch
Mia Hansen-Løve
Kamera
Denis Lenoir
Schnitt
Marion Monnier
Darsteller
Isabelle Huppert (Nathalie) · André Marcon (Heinz) · Roman Kolinka (Fabien) · Edith Scob (Yvette) · Sarah Le Picard (Chloé)
Länge
98 Minuten
Kinostart
18.08.2016
Fsk
ab 0; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 16.
Genre
Drama
Diskussion
Das signifikanteste Bild für das Ende einer 25-jährigen Ehe ist das der Lücken im Bücher­regal: Nathalie, Philosophie-­Lehrerin an einem Pariser Lycée, ist außer sich, als sie nach dem Auszug ihres Mannes Heinz die zerpflückte Bibliothek erblickt – während ihre Reaktion auf seine Ankündigung, sie zu verlassen, vergleichsweise gefasst ausfällt. Auch Heinz, der Philosophie an der Uni­versität unterrichtet, jammert einmal über einen vergessenen Schopenhauer-Band wie über einen abwesenden Freund: »Er fehlt mir so.« Dass in Mia ­Hansen-Løves Film Bücher von Rousseau, Günther Anders und Žižek bis zum linksradikalen Essay »Der kommende Aufstand« einen so geräumigen und selbstverständlichen Platz einnehmen – sie werden besprochen, ausgetausch

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