Der Schamane und die Schlange - Eine Reise auf dem Amazonas

Abenteuer | Kolumbien/Venezuela/Argentinien 2015 | 124 Minuten

Regie: Ciro Guerra

Anfang des 20. Jahrhunderts soll ein Schamane einen deutschen Forscher im Amazonasgebiet zu einer geheimnisvollen Pflanze führen. 30 Jahre später wiederholt sich das Szenario mit einem US-amerikanischen Botaniker. Beide Male wird die Reise zum Kampf um Autorität, Entscheidungsgewalt und die Verteilung von Wissen. Nach Tagebuchaufzeichnungen des Anthropologen Theodor Koch-Grünberg (1872-1924) sowie des Ethnobotanikers Richard Evans Schultes (1915-2001) erzählt der Film in erhabenen Schwarz-weiß-Bildern von der Identitätssuche eines Indios, der durch die Verwüstungen der Kolonialisierung den Kontakt zur Geschichte und Vorstellungswelt seines Stammes verloren hat. Zwar schließt das hypnotische Drama stellenweise an bekannte westliche Erzählweisen an, dennoch gelingt ihm weitgehend eine Revision des ethnografischen Blicks. - Sehenswert ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
EL ABRAZO DE LA SERPIENTE
Produktionsland
Kolumbien/Venezuela/Argentinien
Produktionsjahr
2015
Regie
Ciro Guerra
Buch
Ciro Guerra · Jacques Toulemonde
Kamera
David Gallego
Musik
Nascuy Linares
Schnitt
Etienne Boussac · Cristina Gallego
Darsteller
Jan Bijvoet (Théo) · Brionne Davis (Evan) · Nilbio Torres (junger Karamakate) · Antonio Bolívar (alter Karamakate) · Yauenkü Migue (Mancusa)
Länge
124 Minuten
Kinostart
21.04.2016
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 16.
Genre
Abenteuer | Historienfilm

Heimkino

Verleih DVD
MFA & Trigon (16:9, 2.35:1, DD5.1 dt. & span.)
Verleih Blu-ray
MFA (16:9, 2.35:1, dts-HDMA dt. & span.)
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Diskussion
Das Lied ist verstummt, die Linie durchbrochen. Karamakate, Schamane eines ausgerotteten indigenen Stammes, weiß mit den Coca-Blättern nichts anzufangen. Ausdruckslos sieht er zu, wie der amerikanische Botaniker Evan sie vor seinen Augen zu feinem Pulver zerstampft. „Die Steine, die Bäume, die Tiere, alles schweigt. Sie sprechen nicht mehr zurück“, so die Klage des alten Mannes. Nach Jahren der Isolation sieht er sich als „chullaqui“, als seelenlosen Wiedergänger, ohne Verbindung zu Geschichte, Umgebung und kultureller Identität. „Der Schamane und die Schlange“ von Ciro Guerra erzählt unter anderem davon, wie Karamakate diese gekappte Verbindung Stück für Stück wieder aufbaut. Angelehnt an die Tagebuchaufzeichnungen des deutschen Anthropologen und Forschungsreisenden Theodor Koch-Grünberg

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