Drama | Iran/Frankreich 2016 | 123 Minuten

Regie: Asghar Farhadi

Ein Ehepaar in Teheran, das an einer Inszenierung von Arthur Millers „Tod eines Handlungsreisenden“ mitwirkt, muss Hals über Kopf seine Wohnung verlassen und findet Unterschlupf in Räumen, die zuvor einer als Prostituierte diskreditierten Mieterin gehörten. Als die Ehefrau abends die Wohnungstür offen lässt und von den Nachbarn bewusstlos vorgefunden wird, gerät die Ehe in eine schwere Krise. Das von subtilen Metaphern durchwebte Beziehungsdrama reflektiert die Probleme eines gebildeten Paars aus dem iranischen Mittelstand, das mit Fragen um Scham, Bloßstellung und Ehrgefühlen konfrontiert wird. Der fantastisch gespielte und elegant inszenierte Film spiegelt kunstvoll das Scheitern an den Geschlechterrollen; die packende Tätersuche entlarvt er als zweiten Akt einer Entmachtung im Ringen um Wahrheit, Rache und Vergebung.

Filmdaten

Originaltitel
FORUSHANDE | THE SALESMAN
Produktionsland
Iran/Frankreich
Produktionsjahr
2016
Regie
Asghar Farhadi
Buch
Asghar Farhadi
Kamera
Hossein Jafarian
Schnitt
Hayedeh Safiyari
Darsteller
Shahab Hosseini (Emad) · Taraneh Alidoosti (Rana) · Babak Karimi (Babak) · Farid Sajjadihosseini (Der Mann) · Mina Sadati (Sanam)
Länge
123 Minuten
Kinostart
02.02.2017
Fsk
ab 12; f
Genre
Drama
Diskussion
Scheinwerfer werden auf die Mitte des kleinen Theaters gerichtet. Betten bestimmen das Bühnenbild, werden verrückt und wieder zusammengeschoben. Im Hintergrund strahlen Neonröhren, wie die Sterne eines „American way of life“, der in Arthur Millers „Tod eines Handlungsreisenden“ am Verblassen ist. Emad, der in Teheran als Lehrer arbeitet, und seine Frau Rana spielen in einer kleinen Laien-Theatergruppe die Hauptrollen in Millers Bühnenstück. Auf die künstlich errichtete Wohnung des Theatersets folgen Szenen eines real im Einsturz begriffenen Apartmenthauses: Unten gräbt der Bagger versehentlich am Fundament. Oben durchziehen erste Risse die Fenster, während die Bewohner, unter ihnen Emad und Rana, sich panisch selbst evakuieren müssen. Der Film des iranischen Regisseurs Asghar Farhadi, der selbst Theaterwissenschaft studiert hat, beginnt mit Metaphern, aus denen das bevorstehende Unheil nur so hervorquillt. Keines von Farhadis bisherigen Beziehungsdramen, in denen jedes Wort sitzt und keines zu viel erscheint, bemühte bislang solche Bil

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