Drama | Großbritannien/Belgien 2015 | 119 Minuten

Regie: Ben Wheatley

Ein Junggeselle zieht in ein aus massivem Beton errichtetes Hochhaus, in dem die Etagen nach der sozialen Klassenzugehörigkeit vergeben sind: Oben wohnen die Reichen, unten die die weniger Betuchten. In episodischen Kapiteln enthüllt das futuristische Drama rückschauend, wie die Ordnung nach und nach erodiert. Eine nach einem Roman von J.G. Ballard faszinierend schillernd inszenierte Dystopie, die mit inneren Monologen, kontrapunktischer Musik und raffinierten Spielereien mit dem Zeitkontinuum auf ironische Distanz hält. So ganz traut der Film seiner literarischen Vorlage indes nicht und gibt die sinistre Wirkung der Architektur als Ursache für das Chaos zugunsten einer holzhammerartigen Kapitalismuskritik auf. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
HIGH-RISE
Produktionsland
Großbritannien/Belgien
Produktionsjahr
2015
Regie
Ben Wheatley
Buch
Amy Jump
Kamera
Laurie Rose
Musik
Clint Mansell
Schnitt
Amy Jump · Ben Wheatley
Darsteller
Tom Hiddleston (Robert Laing) · Jeremy Irons (Royal) · Sienna Miller (Charlotte) · Luke Evans (Wilder) · Elisabeth Moss (Helen)
Länge
119 Minuten
Kinostart
30.06.2016
Fsk
ab 16; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Genre
Drama | Literaturverfilmung

Heimkino

Die Extras umfassen u.a. eine Reihe von längeren Interviews mit den Darstellern Tom Hiddleston (10 Min.), Jeremy Irons (10 Min.), Luke Evans (10 Min.) und dem Regisseur Ben Wheatley (13 Min.).

Verleih DVD
dcm/Universum (16:9, 2.35:1, DD5.1 engl./dt.)
Verleih Blu-ray
dcm/Universum (16:9, 2.35:1, dts-HDMA engl./dt.)
DVD kaufen
Diskussion
Das Kino, selbst ein Kind der Moderne, misstraut der modernen Architektur. Sieht man von den filmischen Stadtsymphonien der 1920-Jahre ab, wie etwa Charles Sheelers „Manhatta“ (1921), und klammert man realsozialistische Plattenbau-Utopien aus, ergibt sich ein deutliches Bild: Moderne Baustile verheißen im Film Unheil. Reinhard Mey hatte Unrecht: Der Mörder ist nicht immer der Gärtner, sondern der Architekt. Ein frühes Beispiel dafür ist Edgar Ulmers „The Black Cat“ (1934), in dem Boris Karloff einen diabolischen Baumeister spielt, der in einer selbst entworfenen, super-modernistischen Villa im Stil der Neuen Sachlichkeit lebt. Diese Tradition ist virulent geblieben: Noch heute wohnt in so gut wie jedem Fernsehkrimi der Mörder in einem durchdesignten modernen Haus aus Stahl, Glas und Beton. Erklären lässt sich das vor allem damit, dass das Kino wie so oft ein weitverbreitetes Ressentiment aufgreift und auf seine Weise katalysiert. Aber ist es die Architektur selbst, die die Bewohner zu solchen Monstern macht, oder spiegelt sich in der Kühle der Gestaltung einfach nur ihre empathielose Seele? In Bezug auf das Hochhaus, das im Mittelpunkt von J.G. Ballards Roman „High-Rise“ steht, fällt die Antwort des Autors eindeutig aus: „Ein neuer S

Filmdienst Plus

Ich habe noch kein Benutzerkonto
Kommentar verfassen

Kommentieren