Die Unfassbaren 2 - Now You See Me

4K UHD. | USA 2016 | 130 Minuten

Regie: Jon M. Chu

Fortsetzung der Abenteuer einer Gruppe von Illusionskünstlern, deren "Waffen" spektakuläre Tricks und Täuschungen sind (vgl. "Die Unfassbaren - Now You See Me", 2013). Immer noch auf der Flucht vor dem FBI, wollen sie die gegen sie erhobenen Vorwürfe entkräften und zugleich einen böswilligen Hightech-Magnaten mit weltherrschaftlichen Ambitionen bloßstellen. Der nur in wenigen aufwändig choreografierten Szenen unterhaltsame Kriminalfilm rast atemlos durch die leidlich komplexe Handlung und bleibt blutleer. Alles, was sich an Charakterzeichnung oder verspielten Nebenschauplätzen entfalten könnte, wird vom Zuviel der eigentlich unwesentlichen Handlung erdrückt. - Ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
NOW YOU SEE ME 2
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2016
Regie
Jon M. Chu
Buch
Ed Solomon · Peter Chiarelli
Kamera
Peter Deming
Musik
Brian Tyler
Schnitt
Stan Salfas
Darsteller
Jesse Eisenberg (J. Daniel Atlas) · Mark Ruffalo (Dylan Rhodes) · Woody Harrelson (Merritt McKinney) · Dave Franco (Jack Wilder) · Daniel Radcliffe (Walter Mabry)
Länge
130 Minuten
Kinostart
25.08.2016
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 14.
Genre
4K UHD. | Action | Komödie | Krimi

Heimkino

Die Extras der BD umfassen u.a. einen Audiokommentar des Regisseurs sowie die vier Featurettes: "Magie von Cast und Crew" (21 Min.), "Guck genau hin!" (17 Min.), "Hier kommt Magie" (16 Min.) swie "On-Set Diary" (19 Min.).

Verleih DVD
Concorde (16:9, 2.35:1, DD5.1. engl./dt.)
Verleih Blu-ray
Concorde (16:9, 2.35:1, dts-HDMA7.1 engl./dt.) 4K: Concorde (16:9, 2.35:1, Dolby_ATMOS engl./dt.)
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Magie und Zauberei ohne die magische Macht der Illusionen

Diskussion
Große Sätze raunen zu Beginn die Gebote der Zauberkunst: »Sehen ist glauben!« Und: »Sei immer der Klügste im Raum.« Die Macht der Illusion wird auch in der Fortführung von »Die Unfassbaren – Now You See Me« (fd 41 801) beschworen. Als Heist-Movie in Anlehnung an Steven Soderberghs »Ocean’s«-Trilogie sind hier einmal mehr Magier die Akteure, ihre Waffen spektakuläre Tricks. Das wesentliche Personal ist dasselbe geblieben. Allerdings gibt es mit Daniel Radcliffe als Zauberlehrling auf Abwegen einen neuen Gegenspieler, und die Frau im Bund der »Four Horsemen« wurde ersetzt. Zudem wurde Woody Harrelson ein neidischer Zwillingsbruder zugeschrieben – eine Doppelrolle, die für einige witzige Momente sorgt. Die »Horsemen« werden noch immer vom FBI gejagt. Um die Vorwürfe gegen sich zu entkräften und zugleich einen böswilligen Hightech-Magnaten bloßzustellen, planen sie einen spektakulären Überraschungsauftritt. Der geht gründlich schief: Im Zuge der Aktion wird FBI-Agent Dylan als Kopf der »Horsemen« enttarnt. Sie müssen fliehen und landen in Macao, wo die Intrige des Zauber­lehrlings auf sie wartet, dem Merritt McKinneys Zwillingsbruder zunächst zuar­beitet. Der Zauberlehrling ist ein unehelicher Sohn des Oberbösewichts Arthur Tressler, er sehnt sich nach väterlicher Anerkennung. Für ihn sollen die »Horsemen« einen Chip aus einem Hightech-Labor ent­wenden, der jegliche weltherrschaftliche Ambition befriedigen würde. Sie willigen ein, natürlich nur, um später ihre Auftraggeber in einem finalen Riesencoup auszutricksen. Nach Spektakel-Spezialist Louis Leterrier (»Der unglaubliche Hulk«, fd 38 797) inszenierte die Fortsetzung Jon M. Chu, der bei zwei »Step Up«-Filmen Regie führte und dessen Erfahrung mit Tanz durchaus spürbar wird. So gibt es eine lange Kartentrick-Sequenz in einer aufwändigen Choreografie, in der die Karte mit dem entscheidenden Chip von einem zum anderen wandert, bis sie sogar, durch einen eher psychologischen Trick, schließlich die Metallschleuse passiert. Solche spielerischen Sequenzen bleiben freilich die Ausnahme, insbesondere in dieser Ausführlichkeit. Zumeist rast der Film atemlos durch die einigermaßen komplexe Handlung und bleibt doch recht blutleer: Alles, was sich an Charakterzeichnung oder verspielten Nebenschauplätzen ent­falten könnte, wird vom Zuviel des eigentlich unwesentlichen Plots erdrückt – schließlich geht es doch ums Spektakel, um die große Show, die aber auch nur dann funktionieren kann, wenn ein bisschen Zeit zum Staunen bleibt, sich Zauber und Magie entfalten dürfen. Hier aber dominiert das schale Gefühl, dass Handlungsüberschuss und Kaskaden von Effekten, die behaupten, sie seien Zaubertricks, davon ablenken, dass man einem großen Budenzauber aufsitzt. »Die Unfassbaren 2« ist erneut durchweg gut besetzt, nur haben die Darsteller in diesem begrenzten Rahmen buchstäblich kaum Spielraum. Ein Film über Magie und Zauberei ist immer auch ein Metafilm, spricht immer über die Macht der Illusionen, darüber, was Kino eigentlich ist, wie es entstanden ist; das Kino der Attraktionen, das Kino von Georges Méliès aus dem Geist des Varietés. Christopher Nolans Magierduell in »Prestige – Meister der Magie« (2006, fd 37 972) war eine tolle Hommage, »Die Unfassbaren 2« aber vergibt diese Chance.

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