Dokumentarfilm | Schweiz/Deutschland 2016 | 123 Minuten

Regie: Heidi Specogna

In unmittelbarer Anknüpfung an ihren Dokumentarfilm „Carte blanche“ (2011) widmet sich Heidi Specogna der Geschichte einiger Opfer in der Zentralafrikanischen Republik, die 2002/03 von kongolesischen Soldaten vergewaltigt wurden. Noch während den Verantwortlichen für die damaligen Kriegsverbrechen in Den Haag der Prozess gemacht wird, kommt es in dem afrikanischen Staat zu neuen Unruhen. Die zurückhaltende, aber aufmerksam beobachtende Langzeitstudie protokolliert den Kreislauf der Gewalt, spürt den Wurzeln der Migration nach und entdeckt bei allem Elend Lebensfreude und Widerstandskraft, was die hervorragende Fotografie sowie die ungewöhnliche Filmmusik unterstreichen. - Sehenswert ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
CAHIER AFRICAIN
Produktionsland
Schweiz/Deutschland
Produktionsjahr
2016
Regie
Heidi Specogna
Buch
Heidi Specogna
Kamera
Johann Feindt
Musik
Peter Scherer
Schnitt
Kaya Inan
Länge
123 Minuten
Kinostart
10.11.2016
Fsk
ab 0; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 14.
Genre
Dokumentarfilm

Heidi Specogna setzt ihre Recherche unter den Opfer des Bürgerkriegs in Zentralafrika fort. Ein Film über die Ursachen der Flucht aus dem Kontinent.

Diskussion
„Noch bevor über die Taten des letzten Krieges gerichtet ist, nimmt das Gericht in Den Haag die Ermittlungen im aktuellen Konflikt auf.“ Dieser durchaus frustrierende Befund gibt den Kammerton des Dokumentarfilms von Heidi Specogna vor. Es überrascht deshalb nicht, dass es zu einer kurzen Wiederbegegnung mit dem kongolesischen Politiker Jean-Pierre Bemba kommt, dessen Verfahren vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag sich Specognas Film „Carte blanche“ (fd 41 059) widmete. „Carte blanche“ erzählte auch davon, wie juristische Teams in die Zentralafrikanische Republik entsandt wurden, um dort Spuren zu sichern und Zeugen der Kriegsverbrechen wie systematische Massenvergewaltigungen zu befragen, für die Bemba verantwortlich gemacht wurde. Genau hier setzt „Cahier africain“ ein: „Cahier meint ein Schulheft. Es ist mit Kindheit verbunden. Am Anfang ist es leer und wird dann gefühlt. Ja, Jamal hat ,gefühlt‘ geschrieben. Gefühlt mit ,h‘.“ Noch vor dem ersten Bildern spricht die Filmemacherin aus dem Off; ihr Sprachduktus erinnert

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