Mein Leben als Zucchini

Animationsfilm | Schweiz/Frankreich 2016 | 66 Minuten

Regie: Claude Barras

Nach dem Unfalltod seiner alkoholkranken Mutter landet ein neunjähriger Junge im Kinderheim, wo er sich mit anderen Kindern anfreundet, die ebenfalls Vernachlässigung und Missbrauch erfahren haben. Solidarisch bemühen sie sich darum, ein neu hinzugekommenes Mädchen vor seiner egoistischen Tante zu schützen. Der bemerkenswert zurückhaltend inszenierte Stop-Motion-Animationsfilm erzählt ebenso berührend wie angemessen optimistisch von traumatisierten Kindern, wobei die Handlung durchgängig auf Augenhöhe seiner jungen Protagonisten bleibt. Die Inszenierung lässt Poesie, Realismus und Fiktion mustergültig ineinanderfließen und schafft dabei für ein breites Publikum Zugänge zu einem schwierigen Thema.

Filmdaten

Originaltitel
MA VIE DE COURGETTE
Produktionsland
Schweiz/Frankreich
Produktionsjahr
2016
Regie
Claude Barras
Buch
Céline Sciamma
Kamera
David Toutevoix
Schnitt
Valentin Rotelli
Länge
66 Minuten
Kinostart
16.02.2017
Fsk
ab 0; f
Genre
Animationsfilm | Familienfilm | Literaturverfilmung
Diskussion
Sie habe gutes Kartoffelpüree gekocht, sagt Icare über seine Mutter. Und manchmal habe sie mit ihm auch gelacht. Außerdem gefällt ihm der Spitzname, den sie ihm gab: Zucchini. Doch nun ist sie tot. Gestorben bei einem Unfall, für den sich der Neunjährige verantwortlich fühlt. Als er zu laut mit den leeren Bierdosen seiner alkoholkranken Mutter spielte und sie ihn bestrafen wollte, stürzte sie die Treppe hinab. Da der Vater die Familie schon vor einiger Zeit verlassen hat, muss Zucchini in ein Kinderheim. Dort stammen die anderen Kinder größtenteils auch aus Familien, die alles andere als „heil“ sind. Auf den ersten Blick sehen die Figuren mit ihren überdimensionalen Köpfen, den großen Augen und den dünnen langen Armen niedlich aus. Aber so künstlich und betont unrealistisch sie auch gestaltet sind, so menschlich

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