Biopic | Großbritannien/USA 2016 | 111 Minuten

Regie: Mick Jackson

Die US-amerikanische Historikerin Deborah E. Lipstadt wird 1996 von dem britischen Autor David Irving verklagt, weil sie den Holocaust-Leugner als Paradebeispiel des Geschichtsklitterers dargestellt hat. Im Verfahren vor dem High Court in London muss sie den Beweis für ihre Behauptungen antreten. Der konventionell inszenierte Spielfilm orientiert sich an dem authentischen Prozess und seinem Verlauf, wobei er in seinen stilistischen Mitteln bisweilen arg aufs Gefühl drückt. Dank der überzeugenden Hauptdarstellerin vermittelt sich dennoch eindringlich die Anstrengung, populistische Provokationen mit kühlem Verstand öffentlich entgegenzutreten.

Filmdaten

Originaltitel
DENIAL
Produktionsland
Großbritannien/USA
Produktionsjahr
2016
Regie
Mick Jackson
Buch
David Hare
Kamera
Haris Zambarloukos
Schnitt
Justine Wright
Darsteller
Rachel Weisz (Deborah Lipstadt) · Tom Wilkinson (Richard Rampton) · Timothy Spall (David Irving) · Andrew Scott (Anthony Julius) · Jack Lowden (James Libson)
Länge
111 Minuten
Kinostart
13.04.2017
Fsk
ab 12; f
Genre
Biopic | Drama | Gerichtsfilm
Diskussion
Ein Hörsaal in der Emory University in Atlanta im Jahr 1994. Am Pult steht Deborah Esther Lipstadt, Professorin für Jüdische Zeitgeschichte und Holocaust-Studien; sie spricht über ihr neues Buch, in dem sie sich mit der Leugnung der Shoah auseinandersetzt. Nein, erwidert Lipstadt auf eine Frage aus dem Publikum, mit Holocaust-Leugnern diskutiere sie nicht. Wie auf Knopfdruck erhebt sich ein Herr aus der hinteren Reihe, um der Wissenschaftlerin fehlende Diskursbereitschaft vorzuwerfen: Hier poltert David Irving leibhaftig, den Lipstadt in ihrem Buch „Denying the Holocaust“ als Paradebeispiel des Geschichtsklitterers bloßstellt. Fassungslos erlebt die Professorin, wie der ultrarechte Autor mit Geldscheinen wedelt; 1.000 Dollar biete er jenem, der ihm Hitlers Befehl zum Massenmord an den Juden zeigen könne. Die unheimliche Begegnung Lipstadts mit Irving in Atlanta hat nie stattgefunden; sie stammt aus der Feder des Drehbuchautors David Hare und wirkt ein wenig theatralisch. Dramaturgisch mag das durchaus sinnvoll sein, die Widersacher in der Exposition in Stellung zu bringen; in Wirklichkeit trafen sie sich erst vor Gericht. „Verleugnung“ erzählt die wahre Geschichte eines Prozesses in London, der Ende der 1990er-Jahre die Gemüter erregte. Im September 1996 verklagte Irving Lipstadt und den Verlag Pengui

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