Drama | USA/Großbritannien 2016 | 124 Minuten

Regie: Jeff Nichols

Die Liebe von Mildred und Richard Loving verstieß 1958 gegen die Segregationsgesetze des US-Bundesstaats Virginia, die eine Ehe zwischen dem weißen Bauarbeiter und der afroamerikanischen 18-Jährigen verboten. Erst 1967 wurde ihre Verbindung mit der Aufhebung des Verbots so genannter Mischehen legalisiert. Das still in sich schwingende, souverän und differenziert ausbalancierte Drama erzählt den realen „Fall“ nahe an den bekannten Fakten. Dabei schwebt über der von zwei grandiosen Hauptdarstellern getragenen Inszenierung stets die Zuversicht, dass sich die Dinge zum Besseren ändern.

Filmdaten

Originaltitel
LOVING
Produktionsland
USA/Großbritannien
Produktionsjahr
2016
Regie
Jeff Nichols
Buch
Jeff Nichols
Kamera
Adam Stone
Schnitt
Julie Monroe
Darsteller
Joel Edgerton (Richard Loving) · Ruth Negga (Mildred Jeter Loving) · Marton Csokas (Sheriff Brooks) · Nick Kroll (Bernie Cohen) · Michael Shannon (Grey Villet)
Länge
124 Minuten
Kinostart
15.06.2017
Fsk
ab 6; f
Genre
Drama | Historienfilm | Liebesfilm
Diskussion
„Ich bin schwanger.“ Mit diesem Satz fängt alles an. Drei einfache, bedeutsame Worte. Die Kamera fokussiert auf Mildreds Gesicht, im Halbdunkel und in Großaufnahme. Getrennt durch einen Schnitt erscheint dann ihr Gesprächspartner, Richard, auf der Leinwand. Auch er im Close-up. Auch er allein im Bild. Mit ausdrucksloser, undurchsichtiger Kuleschow-Mimik und tief in den Höhlen sitzenden Augen starrt er vor sich hin. Nachdenklich? Niedergeschlagen? Entsetzt? Gerührt? Es dauert eine Weile, bis er plötzlich auflacht und nuschelt, das sei gut, richtig gut. Die Cutterin Julie Monroe schneidet dann wieder hart zu Mildred zurück, die überrascht und forschend zu Richard hinüberspäht. Erst als sich auch auf ihrem Gesicht ein befreiendes Lächeln ausbreitet, löst sich die Anspannung, und die Montage überwindet die Segregation der beiden Liebenden, zeigt sie in einer harmonischen Totalen einträchtig nebeneinander auf der Veranda sitzend. Sie sehen einander an. Er reicht ihr die Hand. Sie ergreift die seine. Das war’s. Nach rund zwei Minuten ist die Liebesgeschichte von Jeff Nichols im Grunde zu Ende erzählt. Das heißt, sie wäre es, wenn sie nicht im Jahr 1958 in Virginia spielen würde, einem der 24 US-Bundesstaaten, in denen so genannte Mischehen

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