Biopic | Großbritannien/USA 2017 | 112 Minuten

Regie: Stephen Frears

Die auf reale Ereignisse zurückgehende Geschichte um die Freundschaft der britischen Monarchin Victoria zu einem indischen Diener, die von 1887, dem Jahr von Victorias 50. Thronjubiläum, bis zu ihrem Tod 1901 andauerte. Der Film vernachlässigt seine männliche Hauptfigur, die als idealisiertes exotisches Klischee erscheint, und mit ihr auch den kolonialgeschichtlichen Kontext. Nichtsdestotrotz berührt er, auch dank Hauptdarstellerin Judi Dench, als Porträt der alten Monarchin, die auf ihrer letzten Lebensetappe noch einmal eine menschliche Beziehung jenseits formalisierter Hofverhältnisse erlebt und dabei auch das Glück interkultureller Bereicherung erfährt. - Ab 12.

Filmdaten

Originaltitel
VICTORIA AND ABDUL
Produktionsland
Großbritannien/USA
Produktionsjahr
2017
Regie
Stephen Frears
Buch
Lee Hall
Kamera
Danny Cohen
Musik
Thomas Newman
Schnitt
Melanie Oliver
Darsteller
Judi Dench (Königin Victoria) · Ali Fazal (Abdul Karim) · Eddie Izzard (Bertie, Prinz von Wales) · Tim Pigott-Smith (Sir Henry Ponsonby) · Adeel Akhtar (Mohammed)
Länge
112 Minuten
Kinostart
28.09.2017
Fsk
ab 6; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 12.
Genre
Biopic | Drama | Historienfilm
Diskussion
Die Choreografie des Festbanketts zum goldenen Thronjubiläum von Königin Victoria im Jahr 1887 ist minutiös durchgeplant; ein Schwarm von Dienern bewegt sich wie die Rädchen einer perfekt geschmierten Maschine um die prächtig gedeckte Tafel, an der Scharen illustrer Gäste sitzen. Und die alte Königin, die 50 Jahre lang die Geschicke Großbritanniens gelenkt hat? Sie sitzt am Kopf der Festgesellschaft, als würde sie das alles nichts angehen. Schlingt das Essen hinunter, als wäre sie nicht bei einem Galadiner, sondern ganz für sich alleine, und droht schließlich einzunicken. Bis etwas ihre Aufmerksamkeit fesselt: Abdul, einer der beiden extra aus Indien „importierten“ Diener, die der Queen, die auch die Kaiserin von Indien ist, eine kostbare Münze als Geschenk aus der Kolonie überreichen sollen, fällt aus dem Rahmen, als er entgegen strikter Anweisungen den Blick

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