Biopic | Frankreich 2017 | 101 Minuten

Regie: Edouard Deluc

1891 wandert der französische Maler Paul Gauguin (1848-1903) nach Polynesien aus. Dort versucht er, aus dem Lebensstil eines „Wilden“ heraus neue Kraft für seine Kunst zu schöpfen, obwohl er sich keine Illusionen über den Untergang der einheimischen Kultur macht. Als er sich in eine Tahitianerin verliebt, gerät er endgültig in eine künstlerische Sackgasse. Ambitionierte Filmbiografie, die mit ihren Einlassungen zu Gauguins Person, Kunst und Zeit und dem ständigen Vergleich zwischen Selbststilisierung und Wirklichkeit überfrachtet wirkt. Gerettet wird der nur matt bebilderte Film durch den Hauptdarsteller und die differenzierte Zeichnung der Eingeborenen.

Filmdaten

Originaltitel
GAUGUIN | GAUGUIN - VOYAGE DE TAHITI
Produktionsland
Frankreich
Produktionsjahr
2017
Regie
Edouard Deluc
Buch
Edouard Deluc · Etienne Comar · Thomas Lilti · Sarah Kaminsky
Kamera
Pierre Cottereau
Schnitt
Guerric Catala
Darsteller
Vincent Cassel (Paul Gauguin) · Tuheï Adams (Tehura) · Malik Zidi (Henri Vallin) · Pua-Taï Hikutini (Jotépha) · Pernille Bergendorff (Mette Gauguin)
Länge
101 Minuten
Kinostart
02.11.2017
Fsk
ab 6; f
Genre
Biopic | Künstlerporträt
Diskussion
David Carradine hat ihn dargestellt, Donald Sutherland und später dessen Sohn Kiefer. Und auch Anthony Quinn war Paul Gauguin. Obwohl Quinn hinter Kirk Douglas in der Titelrolle von Vincente Minnellis „Vincent van Gogh – Ein Leben in Leidenschaft“ (fd 5870) zurückstehen musste, hat der Hollywood-Haudegen nachhaltig das Bild geprägt, das man sich von dem französischen Maler (1848-1903) macht – als lebenshungriger Choleriker und Kontrastfigur zu einem introvertierten, mit sich selbst hadernden van Gogh, wie ihn Douglas verkörperte. Minnelli zeigt Szenen der Freundschaft zwischen Gauguin und van Gogh, die für einige Zeit in Arles zusammen lebten, bis es zum Streit kam und van Gogh sich ein Stück vom Ohr abschnitt. Anderthalb Jahre später, 1891, schiffte sich Gauguin in Tahiti ein. Éduard Delucs Künstlerfilm erzählt fast ausschließlich vom selbstgewählten Exil des Künstlers in Französisch-Polynesien bis zu seiner Abreise 1893 zurück nach Frankreich. Vorab bemerkt: Schon wegen Vincent Cassel in der Hauptrolle lohnt sich „Gauguin“. Von Quinns Kraftprotz ist Cassels sensibler, ja gebrochener Gauguin denkbar weit entfernt. Nicht nur die Schauspielästhetik hat sich in 60 Ja

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