Komödie | USA 2017 | 113 Minuten

Regie: Lawrence Sher

Zwei Zwillingsbrüder beschließen, endlich nach ihrem unbekannten leiblichen Vater zu suchen, über den sie von ihrer Mutter stets nur vage Auskünfte erhalten haben. Die Reise zu vier der Vaterschaft verdächtigen Männern führt sie dabei von einer peinlichen Situation zur nächsten. Primitive Komödie, deren vorgeblicher Witz in Anzüglichkeiten und geschmacklosen Späßen ertrinkt. Auch filmisch von niedrigem Niveau, da der Film nicht einmal die bescheidene Handlung in den Griff bekommt und sich in sinnfreien Nebensträngen verliert.

Filmdaten

Originaltitel
FATHER FIGURES
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2017
Regie
Lawrence Sher
Buch
Justin Malen
Kamera
John Lindley
Schnitt
Dana E. Glauberman
Darsteller
Owen Wilson (Kyle Reynolds) · Ed Helms (Peter Reynolds) · Glenn Close (Helen Baxter) · J.K. Simmons (Ronald Hunt) · Christopher Walken (Dr. Tinkler)
Länge
113 Minuten
Kinostart
15.02.2018
Fsk
ab 12; f
Genre
Komödie
Diskussion

Bei der, man weiß nicht wievielten, Hochzeit ihrer Mutter treffen sich nach langer Zeit zwei Zwillingsbrüder wieder. Peter, ein Facharzt für Darmkrankheiten, dessen Beruf dem Film zu einer Armada zweideutiger Späße verhilft, und Kyle, ein durch Reklame für eine beliebte Barbecue-Soße zu Geld gekommener Lebemann, haben ihren leiblichen Vater nie kennengelernt. Auch diesmal beantwortet ihre Mutter die insistierenden Fragen der Söhne mit Ausflüchten. Doch die Brüder sind entschlossen, ihrer Herkunft auf den Grund zu gehen und klammern sich an jeden noch so vagen Anhaltspunkt. Die Suche führt sie zunächst nach Miami, wo sich der anvisierte ehemalige Footballstar jedoch als falsches Opfer ihrer Zudringlichkeiten erweist. Weiter geht es zu anderen „Verdächtigen“. Je länger die Reise dauert und je mehr potenzielle Vaterfiguren sie finden, umso konfuser und plumper wird der Film, bis die Dialoge schließlich nur noch aus Anzüglichkeiten bestehen.

Zuschauer, die zu Beginn noch glauben, dass namhafte Darsteller wie Glenn Close, Owen Wilson, J.K. Simmons und Christopher Walken eine unterhaltsame Komödie garantieren oder ein Produzent wie Ivan Reitman zumindest für solide Handwerksarbeit steht, werden rasch eines Besseren belehrt. Das Drehbuch von „Wer ist Daddy?“ bewegt sich auf niedrigstem Niveau und erweist sich bald als untauglich, die anfangs erzeugte Neugier aufrechtzuerhalten.

Da der Autor nicht einmal in der Lage war, die Handlung auf übliche Filmlänge zu bringen, wurden episodische „Seitensprünge“ integriert, die mit der eigentlichen Story so gut wie nichts zu tun haben. Der schlimmste ist dabei eine Begegnung der Brüder mit einem schwarzen Anhalter. Peinliche Anspielungen auf dessen Hautfarbe und die dadurch erzeugten Befürchtungen, einem Serienkiller gegenüberzustehen, haben dem Film gerade noch gefehlt! Die Premiere von „Father Figures“, wie der Film im Original heißt, wurde mehrmals verschoben, und das US-amerikanische Publikum reagierte schließlich mit ziemlichem Desinteresse. Maskulinität, Sex und Homophobie haben in jüngster Zeit zu oft als Attraktionen geistig unterbelichteter, vulgärer „Komödien“ herhalten müssen, als dass der durch seine Produktionshindernisse zusätzlich belastete Film ein Erfolg hätte werden können.

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