Actionfilm | USA 2018 | Minuten

Regie: John Francis Daley

Filmdaten

Originaltitel
GAME NIGHT
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2018
Regie
John Francis Daley · Jonathan Goldstein
Buch
Mark Perez
Kamera
Barry Peterson
Schnitt
Jamie Gross · Gregory Plotkin · David Egan
Darsteller
Jason Bateman (Max) · Rachel McAdams (Annie) · Billy Magnussen (Ryan) · Sharon Horgan (Sarah) · Lamorne Morris
Länge
Minuten
Kinostart
01.03.2018
Fsk
Genre
Actionfilm | Komödie | Kriminalfilm
Diskussion
In Deutschland gibt es durchaus eine Quiz-Show-Tradition. Man denke nur an „Der große Preis“ mit Wim Thoelke, an „Einer wird gewinnen“ mit Hans-Joachim „Kuli“ Kulenkampff, den Dauerbrenner „Wer wird Millionär?“ mit Günther Jauch oder „Wer weiß denn so was?“ mit Kai Pflaume. Doch im Gegensatz zu den spielsüchtigen US-Amerikanern sind die Deutschen auf diesem Gebiet wahre Waisenknaben. Im US-Fernsehen erleben Shows wie „Candy Crush“, „Beat Shazam“ mit Jamie Foxx oder der neu aufgelegte Klassiker „Pyramid“ gerade eine wahre Quiz-Renaissance. Dazu passt „Game Night“ der ansonsten eher als Drehbuch-Duo auftretenden John Francis Daley und Jonathan M. Goldstein. Die beiden Experten für Abseitig-Skurriles und Makaber-Schwarzhumoriges, aber auch für grenzwertige Kalauer spannen in ihrer mit viel Action angereicherten Komödie den Schauspieler Jason Bateman mit der bezaubernden Rachel McAdams zusammen. Die beiden verkörpern ein Paar, das, noch ganz „old school“, nach (Brett)-Spielen aller Art süchtig ist. Und da Schätzen, Vermuten und Raten in Gesellschaft viel mehr Spaß machen, laden Annie und Max regelmäßig zwei befreundete Pärchen zu sich ins idyllische Vorstadtheim ein. Die feucht-fröhlichen Abende nehmen jedoch eine überraschende Wendung, als Brooks, der in allen Belangen tollere, schönere und auch beruflich erfolgreichere Bruder von Max, eine Murder-Mystery-Party ausrichtet. Schon bald spüren die drei Paare, das diese Nacht anders verlaufen wird als ihre gemütlichen Quiz-Abende auf dem Sofa. Nach kurzen Einführung der Charaktere drückt die Inszenierung mächtig auf die Tube. Zwei falsche Gangster dringen in Brooks’ Haus ein, verprügeln einen (falschen) FBI-Agenten, verwüsten das Inventar und ziehen mit dem geknebelten Hausherrn von dannen. Die Sechs sind beeindruckt, weil diese Show ziemlich realitätsnah ist. Und schon machen sie sich in Zweiergruppen auf den Weg, um Brooks ausfindig zu machen. In der Folge begnügt sich die Inszenierung aber damit, in drei Parallelhandlungen die nächtlichen Erlebnisse der Protagonisten mal mehr, mal weniger witzig zu dokumentieren. Dabei gelingt es immer wieder, die Grenzen zwischen Schein und Sein, Spiel und Wirklichkeit auszuloten und so die Spannung hochzuhalten. Wenn sich die einzelnen Paare in nicht endenden Dialogen über ihren aktuellen Beziehungsstatus austauschen, verliert die Inszenierung allerdings an Format. Wirklich stark aber sind Situationskomik und Slapstick-Einlagen, wenn Annie ihrem Mann beispielsweise mit einer im Internet gegoogelten Anleitung eine Kugel aus dem Arm entfernt, oder Max den mit Blut bespritzen (weißen) Nachbarshund sauber rubbeln will und dabei alles nur noch viel schlimmer macht. Schauspielerisch überzeugt neben der höchst vielseitigen Rachel McAdams vor allem Jesse Plemons, der als schräger Cop und unsympathischer Nachbar eine Schlüsselrolle einnimmt. Plemons Part ist auch für den sehenswerten Abspann eines Films verantwortlich, der von zwei Queen-Songs musikalisch adäquat zusammengehalten wird. Nur die abschließenden Moralbotschaften, in denen es um Selbstwertgefühl und Vertrauen, Treue und Ehrlichkeit geht, hätten sich die Regisseure sparen können. Ein im besten Sinne anspruchslosen Film, der es fertigbringt, Beziehungsdrama und Gangster-Movie, Psychothriller und Action-Comedy irgendwie in Einklang zu bringen.
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