Mein Engel

Drama | Belgien 2016 | 75 Minuten

Regie: Harry Cleven

Ein Junge kommt unsichtbar zur Welt und wächst abgeschieden von allen anderen Menschen mit seiner Mutter in deren Zimmer in einem Sanatorium auf. Als er älter wird, entwickelt sich eine intensive Freundschaft zu einem Nachbarmädchen, das blind ist und deswegen die Unsichtbarkeit des Jungen nicht wahrnimmt. Aus der Freundschaft wächst allmählich Liebe, die allerdings auf eine Probe gestellt wird, als das Mädchen länger verschwindet und dann nach einer Augenoperation sehend zurückkehrt. Ein Liebesfilm, der immer wieder in die Subjektive seiner unsichtbaren männlichen Hauptfigur schlüpft und deren sehnsuchtsvollen Blick auf das schöne Mädchen einnimmt. Ein in der ersten Hälfte poetisch-romantisches Märchen, das in der zweiten Hälfte allerdings einen unangenehmen Beigeschmack bekommt, wenn die neu erworbene Sehfähigkeit seiner weiblichen Hauptfigur die Balance der Beziehung verändert. - Ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
MON ANGE
Produktionsland
Belgien
Produktionsjahr
2016
Regie
Harry Cleven
Buch
Harry Cleven · Thomas Gunzig
Kamera
Juliette Van Dormael
Musik
George Alexander van Dam
Schnitt
Matyas Veress
Darsteller
Elina Löwensohn (Louise) · Hannah Boudreau (Madeleine als Kind) · Maya Dory (Madeleine als Jugendliche) · Fleur Geffrier (Madeleine als Erwachsene) · François Vincentelli (Vater von Mein Engel)
Länge
75 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 0; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 14.
Genre
Drama | Liebesfilm

Heimkino

Verleih DVD
Capelight (16:9, 2.35:1, DD5.1 frz./dt.)
Verleih Blu-ray
Capelight (16:9, 2.35:1, dts-HDMA frz./dt.)
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Diskussion

Wenn sich im Film zwei Menschen lieben, ist die Kamera sozusagen der unsichtbare Dritte: hautnah dabei, aber stets unbemerkt von den Liebenden – stellvertretend für uns, die Zuschauer, ist sie sozusagen der perfekte Voyeur. Harry Clevens Fantasy-Romanze „Mein Engel“ thematisiert diese voyeuristische Rolle der Kamera, indem sie die „ménage à trois“ zwischen Liebespaar und Kamera, die man aus Liebes- und Erotikfilmen gewohnt ist, zur Zweierbeziehung eindampft: Einer der Liebenden wird über weite Teile sozusagen eins mit der Kamera. „Mein Engel“ ist ein Junge, der seit seiner Geburt unsichtbar ist und einsam im Zimmer seiner Mutter in einer psychiatrischen Anstalt aufwächst; der Film schlüpft immer wieder in seine Subjektive und erkundet sozusagen durch seine Augen eine Welt, die ihn nicht sehen kann.

Nur die Mutter, die nie über das Verschwinden des Vaters hin

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