Fünf Freunde und das Tal der Dinosaurier

Abenteuerfilm | Deutschland 2018 | 102 Minuten

Regie: Mike Marzuk

Im fünften Teil der Verfilmung einer Jugendbuchreihe von Enid Blyton geht es um ein Tal, in dem angeblich Knochen einer seltenen Saurierart entdeckt worden sind. Die fünf Freunde wollen einem jungen Mann helfen, den Dieb eines Fotos ausfindig zu machen, auf dem das urzeitliche Skelett abgebildet ist. Der geradlinig erzählte Kinderfilm fällt zwar etwa dialoglastig aus, verbindet die detektivische Handlung aber mit witzig-kuriosen Actioneinlagen und originellen Schauplätzen. Prägnante Nebenrollen für Erwachsene, überzeugende Darsteller und die Botschaft, auf das eigene Herz zu hören, fügen sich zu einer runden Angelegenheit.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2018
Regie
Mike Marzuk
Buch
Mike Marzuk
Kamera
Philip Peschlow
Schnitt
Tobias Haas
Darsteller
Allegra Tinnefeld (George) · Marinus Hohmann (Julian) · Ron Antony Renzenbrink (Dick) · Amelie Lammers (Anne) · Jacob Matschenz (Marty Bach)
Länge
102 Minuten
Kinostart
15.03.2018
Fsk
ab 0; f
Genre
Abenteuerfilm | Jugendfilm
Diskussion

Die Münchner Produzenten Ewa Karlström und Andreas Ulmke-Smeaton haben im Segment des Kinderfilms mit ihrer Firma SamFilm eine beispiellose Erfolgsgeschichte geschrieben. Erst etablierten sie mit dem Autor und Regisseur Joachim Masannek die Geschichten um die fußballverrückten „Wilden Kerle“ in den Kinos und bauten diese zur fünfteiligen Filmserie aus. Dann sicherten sie sich die Rechte an Enid Blytons Jugendbuch-Reihe „Fünf Freunde“ und setzten diese mit dem Regisseur Mike Marzuk zwischen 2011 und 2014 in vier Leinwandabenteuern um. Alle diese Filme brachten das Kunststück fertig, die magische Marke von einer Million Zuschauer teilweise sogar deutlich zu durchbrechen. Deshalb heißt es nun auch bei „Fünf Freunde und das Tal der Dinosaurier“: Never change a winnig team.

Allerdings trifft das hier ausgerechnet nicht ganz zu. Zum einen, weil bis auf den Hund Timmy alle Hauptdarsteller aus Altersgründen ersetzt werden mussten, zum anderen, weil sich Marzuk erstmals traute, nach einem von ihm selbst verfassten Drehbuch zu inszenieren. Sein Skript hält sich inhaltlich wie strukturell fast schon pedantisch an das, was die vorangegangenen Filme ausgezeichnete: eine geradlinige, simpel konstruierte Story, kuriose, witzig wie spannende Action-Einlagen, originelle bis exotische Schauplätze und prägnante erwachsene Nebenrollen, die von gestandenen Schauspielern ausgefüllt werden.

Der Plot des fünften Teils dreht sich um ein Tal, in dem angeblich die Knochen einer seltenen Saurierart entdeckt worden sind. Dieser Sensationsfund ruft eine Menge Menschen auf den Plan, ehrenwerte Forscher und Paläontologen, aber auch Ganoven, die daraus Kapital schlagen wollen. Und natürlich die fünf Freunde, die auf der Durchreise zu einer Familienfeier zufällig dort landen und einem jungen, etwas menschenscheuen Mann namens Marty Bach (Jacob Matschenz in der liebenswerten Loser-Rolle) dabei behilflich sind, die Diebe eines Fotos, auf dem der Ort des sagenumwobenen Saurier-Skeletts vermerkt ist, dingfest zu machen.

Dieser rote Faden dient dazu, die fünf Detektive für abenteuerliche Sequenzen in Stellung zu bringen. Eine der besten findet sich gleich zu Beginn, wenn die Kinder einem von Milan Peschel herausragend verkörperten schmierigen Kleinganoven mittels Stimmverzerrer und „Erdbeben-Imitation“ die Hölle heiß machen. Aufregend ist auch der „Drahtseilakt“ von Hund Timmy, der mit einem selbstgebastelten Flaschenzug von einem Turm herabgelassen wird.

Von solchem für Erzähltempo förderlichen Momenten hätte man sich mehr gewünscht, ebenso von den pittoresken Landschafts- und Naturaufnahmen – gedreht wurde unter anderem in der Fränkischen und Sächsischen Schweiz – doch mehr als eine Handvoll leinwandadäquater Schwenks waren im Budget nicht vorgesehen. Marzuk beschränkt sich stattdessen auf überlange und dialoglastige Indoor-Szenen und führt ein halbes Dutzend Nebendarsteller ein, die allesamt die „Schatzkarte“ geklaut haben könnten.

Von diesen weiß vor allem der herrlich selbstironische Jürgen Tarrach als griesgrämiger Ex-Polizist und verliebter Gockel zu gefallen. Auch die neuen „Freunde“-Interpreten machen ihren Job gut; die erst zehnjährige Amelie Lammers kann als charmant-zickiger Wonneproppen Anne dabei die meisten Punkte sammeln. Ein Kurzauftritt von Ruby O. Fee als punkiger Riff- Raff-Verschnitt passt ebenso gut wie der neue Titelsong „Fünf Freunde geben niemals auf“, der die Botschaft bereithält, dass man auf sein Herz hören soll, da dieses bekanntermaßen niemals lügt. Und wenn sich die Protagonisten zum gefühlt fünften Mal in bester Winnetou -Manier auf die linke Brust klopfen, dann hat man dies sicher auch in der allerletzten Reihe verstanden.

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