Biopic | Deutschland/Belgien/Großbritannien/Italien 2018 | 106 Minuten

Regie: Rupert Everett

Opulente Filmbiografie über die letzten Lebensjahre des irischen Schriftstellers Oscar Wilde (1854-1900): Nach der Gefängnishaft wegen homosexueller „Unzucht“ geht Wilde 1897 ins Exil nach Frankreich und Italien. Dort knüpft er an sein Leben vor der Verurteilung an, erleidet jedoch weiterhin die Ablehnung der Gesellschaft, während seine finanziellen Mittel schwinden und sich auch seine Gesundheit rapide verschlechtert. Das herausragend besetzte Drama hebt sich von manchen Mythen um Wilde ab und zeichnet ihn als zwar gebrochenen Mann, der sich dennoch auch in seiner letzten Lebensphase noch durch geistreichen Witz und Charme auszeichnet. Dabei vermeidet der Film nicht immer Klischees vom leidenden Künstler, kontert dies aber mit einem kenntnisreichen Zugriff auf Wildes Leben und Zeit. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
THE HAPPY PRINCE
Produktionsland
Deutschland/Belgien/Großbritannien/Italien
Produktionsjahr
2018
Regie
Rupert Everett
Buch
Rupert Everett
Kamera
John Conroy
Musik
Gabriel Yared
Schnitt
Nicolas Gaster
Darsteller
Rupert Everett (Oscar Wilde) · Colin Morgan (Alfred "Bosie" Douglas) · Edwin Thomas (Robbie Ross) · Colin Firth (Reggie Turner) · Emily Watson (Constance Holland)
Länge
106 Minuten
Kinostart
24.05.2018
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Genre
Biopic | Drama

Heimkino

Verleih DVD
Concorde (16:9, 2.35:1, DD5.1 dt., dts dt.)
Verleih Blu-ray
Concorde (16:9, 2.35:1, dts-HDMA dt.)
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Diskussion

Wie ein Schatten streift der einst so stolze Dichter durch Paris. Als ihm in den verrufensten Ecken der Stadt zufällig eine Frau aus der guten Londoner Gesellschaft begegnet, die früher keine seiner Theaterpremieren ausließ, bettelt Oscar Wilde sie um Geld an, denn seine eigenen Mittel gehen zur Neige. Krank und weitgehend verarmt, gleicht sein Leben einer grotesken Version seiner Erfolgsjahre: In einer Kaschemme erniedrigt er sich vor betrunkenen Spöttern mit einem Liedvortrag, seine Märchen bekommt nur noch ein Brüderpaar von Gassenjungen zu hören, im Anschluss an ein intimes Beisammensein des Älteren mit Wilde in dessen Zimmer. Seine schriftstellerische Inspiration ist jedoch versiegt, ein letzter bitterer literarischer Witz ist sein Deckname in diesen Tagen: Melmoth, nach der Hauptfigur des Schauerromans „Melmoth der Wanderer“ von Charles Robert Maturin, die ihre Seele dem Teufel verpfändet hat und verzweifelt einen Nachfolger für ihren Part in dem infernalischen Pakt sucht.

Die letzten Lebensjahre von Oscar Wilde werde

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