Biopic | USA 1993 | 195 Minuten

Regie: Steven Spielberg

Zum 25. Jubiläum ist Steven Spielbergs Film am "Holocaust-Gedenktag", dem 27.1.2019, wieder in den deutschen Kinos zu sehen: Die Dramatisierung eines dokumentarischen Romans über den Industriellen Oskar Schindler, der, zunächst Opportunist und Kriegsgewinnler, später seinen Einfluß bei den Nationalsozialisten Krakaus nutzte, um schließlich mehr als 1100 Juden das Leben zu retten. In zurückhaltendem Schwarzweiß und vorwiegend an Originalschauplätzen gedreht, überzeugt der Film vor allem in der Darstellung von Personen und Details, die sich zu einem bewegenden Zeugnis aktiver Menschlichkeit in einer unmenschlichen Umgebung entwickelt. Nicht ohne stilistische Mängel und Zugeständnisse an Hollywood, doch insgesamt auf hohem Niveau und von großer Eindringlichkeit. (Kinotipp der Katholischen Filmkritik.) - Sehenswert ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
SCHINDLER'S LIST
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
1993
Regie
Steven Spielberg
Buch
Steven Zaillian
Kamera
Janusz Kaminski
Musik
John Williams
Schnitt
Michael Kahn
Darsteller
Liam Neeson (Oskar Schindler) · Ben Kingsley (Itzhak Stern) · Ralph Fiennes (Amon Goeth) · Caroline Goodall (Emilie Schindler) · Jonathan Sagalle (Poldek Pfefferberg)
Länge
195 Minuten
Kinostart
27.01.2019
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 16.
Genre
Biopic | Drama | Literaturverfilmung

Heimkino

Die Extras der DVD umfassen u.a. die ausführliche und erhellende Dokumentation zum Film "Voices from the List (USA 2004, 78 Min., R: Michael Mayhew), die anlässlich des zehnten Jubiläums der Premiere von "Schindlers Liste" erstellt wurde. Zudem enthalten ist die Featurette "The Shoah Foundation Story mit Steven Spielberg" (12 Min.). Die Limited Ed. (DVD) im Schuber enthält zudem den Soundtrack auf CD sowie ein 80-seitigen Bildband. Die BD Erstauflage (2013) enthält keine bemerkenswerten Extras. Das BD-Mediabook (2013) zum 20-jährigen Jubiläums des Films enthält indes die Bonusmaterialien der DVD-Erstauflage. Die Edition mit der Restaurierung vom 4K -Master zum 25. Jubiläum des Films enthält zudem das Feature „Schindler's List: 25 Years Later“ (40 Min.) mit einer erhellenden Podiumsdiskussion im Beacon Theater anlässlich des Tribeca Film Festivals mit Steven Spielberg und den Darstellern Liam Neeson, Ben Kingsley, Caroline Goodall, und Embeth Davidtz, moderiert von Filmkritikerin Critic Janet Maslin. Die brillante Restaurierungsleistung offenbart sich besonders in der 4K-UHD des Films. Die 4K-UHD Edition ist mit dem Silberling 2019 ausgezeichnet.

Verleih DVD
Universal (16:9, 1.85:1, DD5.1 engl./dt., dts dt.)
Verleih Blu-ray
Universal (16:9, 1.85:1, dts-HDMA engl., dts dt.) Neuabtastung: Universal (16:9, 1.85:1, dolby_ATMOS engl./dt.)
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Diskussion

Eindringliche Dramatisierung eines dokumentarischen Romans über den Industriellen Oskar Schindler (1908-1974), der während der NS-Zeit zunächst ein Opportunist und Kriegsgewinnler war, später aber seinen Einfluss nutzte, um mehr als 1100 Juden das Leben zu retten.

 Es begann damit, dass ein jüdischer Lederwarenhändler in Beverly Hills einem australischen Schriftsteller die Geschichte seiner Rettung aus dem polnischen Ghetto erzählte, die gleichzeitig die Geschichte eines Mannes ist, den er „meinen Jesus Christus“ nennt. Der Name des Mannes ist Oskar Schindler. Nie zuvor hatte der Australier Thomas Keneally von ihm gehört, noch war er mit der Judenverfolgung im Dritten Reich vertraut. Aus dem Laden von Leopold Page (oder, wie er früher hieß, Poldek Pfefferberg) brachte er außer einer neuen Aktentasche trotzdem einen Haufen alter Dokumente mit in sein Hotel, und aus der zufälligen Faszination mit einer der ungewöhnlichsten, mutigsten und menschlichsten Rettungsaktionen aller Zeiten wurde ein sorgfältig recherchiertes Buch, das später die Grundlage für „Schindlers Liste“ abgab.

Es ist eine Sache, den Holocaust mit Worten zu beschreiben, aber eine ganz andere, ihn 50 Jahre später in Bildern und Szenen nachvollziehen zu wollen. Kann man Ereignisse von solch horrender Inhumanität überhaupt dramatisieren? Mehr noch, ist Steven Spielberg, der Meister kindlicher Abenteuerlichkeit und romantischer Jugendfantasien, der richtige Mann dafür?

Man hörte von Spielbergs fast zwanghafter Besessenheit, als Jude der nachgewachsenen Generation gerade diese Geschichte auf die Leinwand bringen zu wollen. Man las von seiner unbeirrbaren Beharrlichkeit, mitten im Zeitalter der immer opulenteren, aber auch immer äußerlicheren Filme in Schwarzweiß zu drehen, ausgiebig die Handkamera zu verwenden und auf Studioaufnahmen so weit wie möglich zu verzichten. Doch konnte man einem Regisseur, dessen Ruhm mit

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