HERRliche Zeiten (2018)

Literaturverfilmung | Deutschland 2018 | 110 Minuten

Regie: Oskar Roehler

Ein neureiches Ehepaar engagiert einen allseits gebildeten Mann, der sich fortan als Sklave um das Wohlbefinden seiner neuen Herrschaft kümmern will. Als sich die abgesprochene Rollenverteilung nicht aufrechterhalten lässt, bietet der Nachbar, Sohn eines arabischen Diktators, Nachhilfe im Umgang mit subalternem Personal an. In der schrillen Gesellschaftskomödie nach einer Vorlage von Thor Kunkel nutzt Oskar Roehler die Herr-Knecht-Dialektik herausfordernd provokativ zur forcierten Kritik am Sozialdarwinismus der Gegenwart. Allerdings verspielt gerade das Burleske und Affirmative der Inszenierung das subversive Potential des Stoffes über die Amoralität neoliberaler Menschenverachtung.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2018
Regie
Oskar Roehler
Buch
Jan Berger
Kamera
Carl-Friedrich Koschnick
Schnitt
Peter Adam
Darsteller
Katja Riemann (Evi Müller-Todt) · Oliver Masucci (Claus Müller-Todt) · Samuel Finzi (Bartos) · Lize Feryn (Lana) · Yasin el Harrouk (Mohammed Al Thani)
Länge
110 Minuten
Kinostart
03.05.2018
Fsk
ab 16; f
Genre
Literaturverfilmung | Satire
Diskussion
Das Ehepaar Müller-Todt, Claus ist Schönheitschirurg, Evi eine Landschaftsarchitektin, hat kein Glück mit dem Personal. Ihre „Perle“ hat spontan gekündigt: „Macht euren Dreck alleine weg!“ Evi ist zudem unpässlich: Gerade hat sich ein Kunde, dessen Finanzierung eines Millionenprojekts gescheitert ist, vom Dach des noch unvollendeten Gebäudes direkt vor ihre Füße gestürzt. So etwas sieht nicht nur unschön aus, sondern schlägt auch aufs Gemüt! Launig gibt Claus eine Anzeige auf, in der er „eine/n Sklavin/en“ sucht – als neue Haushaltshilfe. Das ist lustig gemeint, doch über solche Witze lacht nur noch die S/M-Szene. Ein Missverständnis, das in der unmittelbaren Nachbarschaft allerdings nachdrücklich Eindruck macht. Doch dann taucht der smarte Bartos auf, der die Anzeige wörtlich genommen hat und sich als „Sklave“ bewirbt. Ernsthaft und kulturtheoretisch begründet! Man einigt sich wechselseitig auf eine Probezeit. Bartos erweist sich als Glücksfall: ein Profi emsiger Beflissenheit, ein Fachmann für Vieles, kultiviert in allen Lebenslagen, der sein Know-how nicht ohne Stolz zur Verfügung stellt. In Sachen „savoir vivre“ besteht im neureichen Hause Müller-Todt durchaus Nachholbedarf; der Wohlstand geht mit einem Mangel an Kultur und Geschmack einher, was zu Momenten gr

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