Blumhouse präsentiert: Wahrheit oder Pflicht

Horrorfilm | USA 2018 | 100 Minuten

Regie: Jeff Wadlow

Eine Gruppe von College-Studenten gerät während eines Ausflugs nach Mexiko in die Ruinen einer ehemaligen Missionskirche, wo sie sich zu einem Spiel „Wahrheit oder Pflicht“ verleiten lassen. Das harmlose Vergnügen wird jedoch von einem Dämon beherrscht und löst eine mysteriöse Kettenreaktion von Bedrohungen und Todesfällen aus. Ein altmodisch konzipierter Horrorfilm, dessen zentraler Effekt sich rasch totläuft.

Filmdaten

Originaltitel
TRUTH OR DARE
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2018
Regie
Jeff Wadlow
Buch
Michael Reisz · Jillian Jacobs · Chris Roach · Jeff Wadlow
Kamera
Jacques Jouffret
Schnitt
Sean Albertson
Darsteller
Lucy Hale (Olivia) · Tyler Posey (Lucas Moreno) · Violett Beane (Markie Cameron) · Hayden Szeto (Brad Chang) · Landon Liboiron (Carter)
Länge
100 Minuten
Kinostart
10.05.2018
Fsk
ab 16; f
Genre
Horrorfilm
Diskussion

Horrorfilme stehen wieder in Hochblüte. Was Wes Craven für die 1980er- und 1990er-Jahre war, ist Jason Blum für die Gegenwart; seine Werkstatt Blumhouse Productions wirft einen Horrorfilm nach dem anderen aus. Manchmal sind darunter Filme, die das Genre weiterführen wie etwa „Paranormal Activity“ (fd 39 589) und "The Gift" (fd 43 524) oder die es mit aktuellen gesellschaftlichen Bezügen anreichern wie „Get Out“ (fd 44 652). Meist beschränken sich die immer zahlreicheren Blumhouse-Filme aber auf unoriginelle Genre-Variationen, die für geringes Geld hergestellt werden und deshalb finanziell höchst einträglich sind. „Truth or Dare“ gehört zu den wenig bemerkenswerten Blumhouse-Produktionen. Obwohl unter College-Studenten angesiedelt, wirkt das Konzept altmodisch und läuft sich viel zu schnell tot, als dass der zentrale Handlungseffekt die Aufmerksamkeit bis zum Ende wachhalten könnte. Der Titel bezieht sich auf ein bekanntes Gesellschaftsspiel, das in Deutschland meist „Wahrheit oder Pflicht“ genannt wird. Eine Flasche dreht sich im Kreis der Mitspieler; auf wen der zur Ruhe kommende Flaschenhals zeigt, der muss sich zwischen Wahrheit oder Pflicht entscheiden und entweder eine Frage wahrheitsgemäß beantworten oder eine gestellte Aufgabe erfüllen. Die Mitspieler sorgen dafür, dass beides mit Unannehmlichkeiten und Gefahren verbunden ist. Der Film nutzt das Spiel, um eine mysteriöse Kettenreaktion von bedrohlichen Situationen oder Todesfällen in Gang zu setzen, die bei den jungen Protagonisten Angst und Entsetzen auslösen. In Bewegung gerät das Horror-Karussell während eines Ausflugs der Clique nach Mexiko, wo sie nachts in die Ruinen einer ehemaligen Missionskirche gelockt und zu „Wahrheit oder Pflicht“ verführt werden. Was harmlos beginnt, steigert sich rasch zur dämonischen Obsession, der einer nach dem anderen zum Opfer fällt. Der Dämon folgt ihnen wider Erwarten auch bei der Rückkehr in die Heimat. Immer mehr Mitglieder der Freundesgruppe kommen ums Leben, bis ein zweiter Besuch in Mexiko den Fluch zu bannen scheint. Oder vielleicht auch nicht? Was dem Film zugutekommt, sind seine frischen, nicht unbegabten Darsteller, die ihr Bestes geben, um mit dem wenig inspirierenden Drehbuch-Material die Figuren halbwegs glaubhaft zu machen. Dass sie sich dabei trotzdem in lauter billige Klischees verheddern, ist nicht ihre Schuld. Auf der Strecke bleibt hingegen schon früh der Versuch, die Soap Opera der eifersüchtigen Teenager mit der vom Himmel fallenden Horrorstory zu kombinieren. Wenn schon das Interesse an den Figuren bald nachlässt, wie soll man sich dann über deren Verschwinden von der Bildfläche empören? Es gehört eben mehr zu einem funktionierenden Horrorfilm als die fortschreitende Dezimierung des agierenden Personals – auch wenn dies auf kalkulierte Schockeffekte setzt, mit denen der Film aber ebenfalls wenig Glück hat. Liebhaber des Genres werden den Kopf schütteln und ungerührt das Kino verlassen. Kein Ruhmesblatt für Blumhouse.

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