Goodbye Christopher Robin

Biopic | Großbritannien 2017 | 107 Minuten

Regie: Simon Curtis

Der Schriftsteller A.A. Milne erinnert sich während des Zweiten Weltkriegs aus Angst um seinen an der Front vermissten Sohn Christopher Robin an die Zeit, als sie gemeinsam die Geschichten um den Bären Winnie the Pooh und seine Gefährten ersannen. Deren literarische Veröffentlichung und ihr enormer Erfolg zerstörten jedoch die familiäre Innigkeit und setzten den Heranwachsenden einem enormen Stress aus. Der Film fächert die schwierige Vater-Sohn-Beziehung in einer langen Rückblende auf, wobei Milnes eigene Kriegstraumata eine große Rolle spielen. Der märchenhaft-melodramatische Film streift in seiner gediegenen Inszenierung bisweilen die Nähe zum Kitsch, was im krassen Kontrast zur Bitterkeit der Erzählung und dem anarchischen Potenzial des Winnie-the-Pooh-Kosmos steht; die guten Darsteller bewahren zumindest die Figuren vor allzu großer Verzerrung. - Ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
GOODBYE CHRISTOPHER ROBIN
Produktionsland
Großbritannien
Produktionsjahr
2017
Regie
Simon Curtis
Buch
Frank Cottrell Boyce · Simon Vaughan
Kamera
Ben Smithard
Musik
Carter Burwell
Schnitt
Victoria Boydell
Darsteller
Domhnall Gleeson (Alan Milne) · Margot Robbie (Daphne Milne) · Alex Lawther (Christopher Robin (18 Jahre)) · Kelly MacDonald (Olive) · Stephen Campbell Moore (Ernest Howard Shepard)
Länge
107 Minuten
Kinostart
07.06.2018
Fsk
ab 6; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 14.
Genre
Biopic | Melodram
Diskussion
„Ich habe in einem Krieg gekämpft, um alle Kriege zu beenden; es wird keinen weiteren mehr geben“, sagte der Schriftsteller A.A. Milne (1882-1956) kurz nach dem Ersten Weltkrieg. Damit lag er nicht nur in Bezug auf die Menschheit daneben, sondern auch mit Blick auf sich selbst und seinen Sohn Christopher Robin. Denn während der Literat noch Jahre später bei jedem lautem Geräusch oder aufflammenden Licht von den Erinnerungen an die Schützengräben geplagt wird, zieht sein einziger Sohn freiwillig in den Zweiten Weltkrieg. Er tut dies, um wenigstens einmal in seinem Leben anonym, nämlich der vornamenlose Private Milne, zu sein und damit der Rolle des berühmten Christopher Robin aus den „Winnie the Pooh“-Büchern seines Vaters zu entfliehen. Davon handelt „Goodbye Christopher Robin“: Wie einem Kind eine bestimmte Zuschreibung verpasst wird, und wie es später verzweifelt versucht, diese wieder loszuwerden. Was letztlich nur durch den Gang in den Krieg oder vielleicht sogar in den Tod glückt! Das zumindest suggeriert der Film von Simon Curtis – Acht

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