Glücklich wie Lazzaro

Drama | Italien/Frankreich/Deutschland/Schweiz 2018 | 128 Minuten

Regie: Alice Rohrwacher

Auf einem abgeschiedenen Stückchen Land schuften ein paar Dutzend Bauern und Landarbeiter in sklavenähnlichen Verhältnissen unter der Herrschaft einer Marquesa. Einer von ihnen ist der junge Lazzaro, der nicht ganz von dieser Welt zu sein scheint; mit seiner bedingungslosen Hingabe, die keine Gegenleistung verlangt, durchbricht er die Ausbeutungskette. Mit einer berückenden Verbindung aus Sozialdrama, magischem Realismus, Märchen, Arbeiterfilm und Heiligengeschichte erzählt der Film eine Parabel über die Möglichkeit des Guten in einem zeitlosen, aber keineswegs wirklichkeitsfernen Italien, das sich von der Agrargesellschaft bis in die urbane Gegenwart spannt. - Sehenswert ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
LAZZARO FELICE
Produktionsland
Italien/Frankreich/Deutschland/Schweiz
Produktionsjahr
2018
Regie
Alice Rohrwacher
Buch
Alice Rohrwacher
Kamera
Hélène Louvart
Musik
Piero Crucitti
Schnitt
Nelly Quettier
Darsteller
Adriano Tardiolo (Lazzaro) · Alba Rohrwacher (Antonia) · Agnese Graziani (Antonia als Kind) · Tommaso Ragno (Tancredi) · Luca Chikovani (Tancredi als Kind)
Länge
128 Minuten
Kinostart
13.09.2018
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 14.
Genre
Drama
Diskussion
Der Film hat noch gar nicht angefangen, da ruft es schon aus dem grillenzirpenden Schwarzbild hinaus: „Lazzaro!“ Man wird diesen Ruf in „Glücklich wie Lazzaro“ noch oft vernehmen, in den verschiedensten Klangfarben – laut, flüsternd, bittend, befehlend, ungeduldig, und immer mit einem Auftrag, einer konkreten Anweisung verbunden: Lazzaro tu dies, Lazzaro tu jenes. Bring die Kisten rein, trag die Großmutter ins Bett, fang das Huhn und bring es in den Hühnerstall, halt nach dem Wolf Ausschau, nimm die Tabakpflanzen ab, mach Kaffee. Lazzaro tut also dies und jenes und er wirkt dabei nicht mal unglücklich. Bei jedem anderen Menschen würde man sagen: er ist selbstlos, er ist gutmütig. Doch der junge Mann mit dem entrückten Blick scheint mehr als das zu sein – wie nicht ganz von dieser Welt. „Lazzaro, bist du verzaubert oder was?“, wird er einmal gefragt, als es wieder nicht schnell genug gehen kann. Doch wo die Arbeit hart ist und endlos, stellt eine Eigenschaft wie „verzaubert sein“ natürlich keinen Wert dar. Lieber hält man Lazzaro, der mit der bi

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