Biopic | Deutschland 2018 | 127 Minuten

Regie: Andreas Dresen

Biografischer Film über das kurze und intensive Leben des Baggerfahrers und Liedermachers Gerhard „Gundi“ Gundermann (1955-1998), der in seiner filmisch-musikalischen Form die charakterliche Komplexität des Künstlers ebenso vermittelt wie die Widersprüchlichkeit des Lebens in der DDR. Die achronologische, mitunter auch assoziative Dramaturgie will über den eigensinnigen Freigeist nicht urteilen, sondern sich von seiner inneren Zerrissenheit berühren lassen. Eine aus Alltagsbeobachtungen entwickelte, in der Hauptrolle kongenial interpretierte Annäherung an einen vielschichtigen Menschen in einem untergegangenen Land. - Sehenswert ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2018
Regie
Andreas Dresen
Buch
Laila Stieler
Kamera
Andreas Höfer
Schnitt
Jörg Hauschild
Darsteller
Alexander Scheer (Gerhard Gundermann) · Anna Unterberger (Conny) · Benjamin Kramme (Wenni) · Eva Weißenborn (Helga) · Kathrin Angerer (Irene)
Länge
127 Minuten
Kinostart
23.08.2018
Fsk
ab 0; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 14.
Genre
Biopic | Drama | Musikfilm
Diskussion

Ein Schaufelradbagger gräbt sich durch die Marslandschaft des Lausitzer Braunkohlereviers, irgendwo zwischen Dresden und Cottbus. Sein Fahrer spricht fragmentarische Sätze auf ein mobiles Tonbandgerät, während er im Führerhaus wie in einer Weltraumkapsel bei der Arbeit sitzt. Es sind Worte, die später zu Liedern werden, wenn Gerhard „Gundi“ Gundermann nach Feierabend auf der Bühne steht und mit Ton und Text direkt ins Herz seiner Zuhörer trifft.

Andreas Dresen hat für die kurze und intensive Lebensgeschichte des ostdeutschen Künstlers (1955-1998) gemeinsam mit seiner langjährigen Autorin Laila Stieler eine filmische und musikalische Form gefunden, die die Komplexität seines Charakters ebenso vermittelt wie die Widersprüchlichkeit des Lebens in der DDR. Sie graben sich, einem Bagger nicht unähnlich, achronologisch durch die Zeitschichten und fördern zu Tage, was Gundermann offensichtlich lange vor sich selbst verleugnete: Seine Arbeit als IM für die Stasi von 1976-82 unter dem Decknamen Grigori, zu der er

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