Das stille Leuchten

Dokumentarfilm | Deutschland 2018 | 88 Minuten

Regie: Anja Krug-Metzinger

Dokumentarfilm über eine Reihe von Projekten in unterschiedlichen Ländern, in denen Kindern und Jugendlichen nicht nur Fachkenntnisse und Fähigkeiten vermittelt werden, sondern im umfassenderen Sinne eine Persönlichkeitsformung erfahren. Zwischen den Übungen für Körper, Geist und Seele kommen Teilnehmer, Dozenten und andere Experten zu Wort. Obwohl dabei deutlich wird, dass es um die Ausbildung von Sensibilität und Eigenverantwortung geht, kommt der engagierte Film den Protagonisten nicht wirklich nahe, sondern belässt es bei flüchtigen Momentaufnahmen. - Ab 12.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2018
Regie
Anja Krug-Metzinger
Buch
Anja Krug-Metzinger
Kamera
Bernd Meiners · Helmut Fischer · Vita Spiess · Arne Wagner
Musik
Kai Powala
Schnitt
Magdolna Rokob
Länge
88 Minuten
Kinostart
27.09.2018
Pädagogisches Urteil
- Ab 12.
Genre
Dokumentarfilm
Diskussion
Die Klagen sind nicht neu, dass in den Schulen viel Fachwissen, aber keine echte Bildung in einem umfassenden Sinne vermittelt wird. Auf der anderen Seite fühlen sich Pädagogen überfordert angesichts der Verunsicherung vieler Eltern, die wesentliche Erziehungsfragen an die Schule delegieren. Vor diesem Hintergrund stellt der Dokumentarfilm „Das stille Leuchten“ eine Reihe von Modellen und Projekten aus unterschiedlichen Ländern vor, die sich inner- und außerhalb der jeweiligen Schulsysteme um eine ganzheitliche Bildung bemühen. Einigermaßen überraschend steht dabei der französische Fußballverband an erste Stelle. In dessen Leistungszentren werden den Nachwuchskickern neben dem sportlichen Training auch Techniken der Selbstwahrnehmung und der Selbsterkenntnis vermittelt. Die Bandbreite der vorgestellten Projekte reicht von Achtsamkeitsübungen im Schulunterricht über ganzjährige Programme für Jugendliche in der Schweiz bis zur Familientherapie mit Schwerpunkt auf gewaltfreie Kommunikation. Hinzu kommen ein Kurs, in dem sich Erwachsene in Selbstwahrnehmung üben, sowie ein Forschungsprojekt am Max-Planck-Institut in Leipzig, in dem Wissenschaftler den neurologischen Prozessen des mentalen Trainings auf die Spur zu kommen versuchen. Alle diese Projekte werden in Parallelmontage vorgestellt. Zwischen den Übungen für Körper, Geist und Seele kommen Teilnehmer, Dozenten und andere Experten zu Wort. Manches von dem, was in diesen Interviews zu hören ist, klingt durchaus erhellend, während anderes („Unsere Seele ist so tief und weit wie das Universum selbst“) aus dem spirituellen Nähkästchen stammt. Der Film wird von einer unbedingten Sympathie für alle Projekte getragen, was einen dezenten missionarischen Grundton bedingt. Denn letztlich geht es hier nicht um Optimierungen im Dienst der Leistungssteigerung, sondern um die Ausbildung von Sensibilität und Eigenverantwortung zur Verbesserung der Welt. Filmisch ist das alles wenig spektakulär. Der Rhythmus passt sich in Einstellungen und Montage dem vorwiegend ruhigen Geschehen an. Auch gelegentliche, überaus ruhige musikalische Untermalungen sorgen kaum für Belebung. Man ist schon froh, wenn endlich mal wieder die französischen Nachwuchs-Kicker wieder an der Reihe sind und über den Trainingsplatz rennen. Das größte Manko des Films besteht allerdings darin, dass er den vielen Menschen, die er beobachtet, nicht wirklich nahekommt. Die Begegnungen reichen nicht über flüchtige Momentaufnahmen hinaus.
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