Drama | Österreich/Deutschland 2018 | 114 Minuten

Regie: Nikolaus Leytner

Ein etwas verträumter 17-Jähriger aus dem Salzkammergut wird 1937 nach Wien geschickt, um in einer Trafik als Gehilfe zu arbeiten. Bald erlebt er aus nächster Nähe die Angriffe der Nazi-Anhänger, die seinen antifaschistischen Chef bedrohen, auch vor jüdischen Trafik-Kunden wie dem Psychoanalyse-Begründer Sigmund Freud nicht Halt machen und ihn selbst schließlich zu einer Positionierung zwingen. Verfilmung des gleichnamigen Romans von Robert Seethaler, die dessen Detailgenauigkeit weitgehend übertragen kann. In der Bebilderung der Nazi-Zeit eher konventionell und nicht immer geglückt, insgesamt aber insbesondere dank kongenialer Besetzung ein eindrücklicher Film. Pointiert vermittelt er die zeitlose Botschaft einer Unvereinbarkeit von Anstand und Gewissen mit Hass und Gewalt. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
DER TRAFIKANT
Produktionsland
Österreich/Deutschland
Produktionsjahr
2018
Regie
Nikolaus Leytner
Buch
Nikolaus Leytner · Klaus Richter
Kamera
Hermann Dunzendorfer
Musik
Matthias Weber
Schnitt
Bettina Mazakarini
Darsteller
Simon Morzé (Franz Huchel) · Bruno Ganz (Sigmund Freud) · Johannes Krisch (Otto Trsnjek) · Emma Drogunova (Anezka) · Karoline Eichhorn (Anna Freud)
Länge
114 Minuten
Kinostart
01.11.2018
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Genre
Drama | Literaturverfilmung
Diskussion

Eine Verfilmung des gleichnamigen Romans von Robert Seethaler, die dessen Detailgenauigkeit weitgehend übertragen kann. In der Bebilderung der Nazi-Zeit eher konventionell und nicht immer geglückt, insgesamt aber insbesondere dank kongenialer Besetzung ein eindrücklicher Film.

Weißes Licht fällt auf das milchige Seewasser. Die Landschaft, in der sich der 17-jährige Franz Huchel in seinen Träumen bewegt, ist zwar die des heimatlichen Attersees im Salzkammergut, doch ist die Perspektive seltsam verzerrt. Die Bedrohung ist mit Händen zu greifen, wenn Franz selbst auf dem See, der lange sein liebster Aufenthaltsort war, nicht mehr sicher ist. Im Traum wird er nun mit seinem Ruderboot unaufhaltsam von einem Eisberg angezogen, oder ihm droht eine Gefahr von oben aus dem Himmel – erschreckende Bilder, die den Jungen aus dem Schlaf hochschrecken und ihn an seinem Verstand zweifeln lassen. Denn schließlich vermag er kaum zu begreifen, dass solche Seltsamkeiten ganz von allein in seinem Kopf entstehen können.

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