Die Legende vom hässlichen König

Dokumentarfilm | Österreich/Deutschland 2018 | 122 Minuten

Regie: Hüseyin Tabak

Dokumentarisches Porträt des Regisseurs Yilmaz Güney (1937-1984), der mit „Yol“ 1982 als erster kurdisch-türkischer Filmemacher eine „Goldene Palme“ in Cannes gewann. Die Hommage an das mitunter kultisch verehrte Idol vieler türkischer Filmschaffender zeichnet die groben Linien von Güneys Biografie nach, der aus politischen Gründen ein Drittel seines Lebens im Gefängnis verbrachte und von der Zelle aus die Dreharbeiten dirigierte. Der Film vereint viele interessante Interviews und außergewöhnliches Archivmaterial, in dem auch Güneys autoritäre Art und sein cholerisches Naturell zur Sprache kommen; neben den charakterlichen Schattenseiten macht der Film auch auf die intellektuellen Widersprüche in seiner Vita aufmerksam; weniger vorteilhafte Episoden werden allerdings nicht weiter thematisiert. - Ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
DIE LEGENDE VOM HÄSSLICHEN KÖNIG
Produktionsland
Österreich/Deutschland
Produktionsjahr
2018
Regie
Hüseyin Tabak
Buch
Hüseyin Tabak
Kamera
Lukas Gnaiger
Musik
Judit Varga
Schnitt
Andrew Bird · Christoph Loidl
Länge
122 Minuten
Kinostart
11.10.2018
Pädagogisches Urteil
- Ab 14.
Genre
Dokumentarfilm
Diskussion

Er war ein Held. Ein Held der Freiheit, des politischen Kampfes und vor allem der Kunst: der türkisch-kurdische Filmemacher Yilmaz Güney (1937-1984). Seine Filme „Sürü – Die Herde“ und „Yol - Der Weg“ sind Klassiker des türkischen Kinos. Sie sind zugleich auch Stimmen der kurdischen Diaspora, teilweise im Exil gedreht und in dieser Spannung zwischen Kurdischem und Türkischem Ausdruck einer gespaltenen Identität.

Der in Berlin lebende Regisseur Hüseyin Tabak rekonstruiert in „Die Legende vom hässlichen König“ den Lebensweg und insbesondere die letzten Jahre jener Mannes, der in seiner Heimat bis heute genau dies ist: ein legendärer König.

Der Film beginnt im Mai 1982, als „Yol“ die „Goldene Palme“ bei den Filmfestspielen von Cannes gewann, ex aequo mit Costa-Gavras’

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