Komödie | Deutschland 2018 | 114 Minuten

Regie: Detlev Buck

Episodenfilm um vier beste Freundinnen, die Probleme mit Ehegatten, Lebensgefährten oder neuen Männerbekanntschaften haben und darum mit Hunden besser klarkommen. Im Mittelpunkt steht eine Zeitschriftenredakteurin, die bei einer Beförderung übergangen und von ihrem Freund verlassen wird, während einer Recherche aber einen schmucken Förster kennenlernt. Die alberne Komödie präsentiert unglaubwürdige Figuren in nichtssagenden Situationen. Über das Verhältnis von Mensch und Hund erfährt man nichts. Stattdessen werden abgegriffene Klischees über Journalismus und Karrierestreben bemüht. - Ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2018
Regie
Detlev Buck
Buch
Andrea Willson · Detlev Buck
Kamera
Marc Achenbach
Musik
Bowen Liu
Schnitt
Dirk Grau
Darsteller
Emily Cox (Ella) · Johanna Wokalek (Cecile) · Marie Burchard (Silke) · Maite Kelly (Lulu) · Kostja Ullmann (Daniel)
Länge
114 Minuten
Kinostart
25.10.2018
Fsk
ab 6; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 14.
Genre
Komödie
Diskussion

Sie heißen Ella, Cecile, Lulu und Silke, sind beste Freundinnen, haben Probleme mit Männern – und sie haben einen Hund. Das ist die nicht sehr vielversprechende Ausgangsituation von „Wuff“. Die Journalistin Ella muss erleben, wie sich ihr Lebensgefährte den Posten der Ressortleitung bei einer hippen Zeitschrift vor ihrer Nase wegschnappt und auch schon eine Neue hat. Auftritt Harald Martenstein, der mit weißer Haarpracht den Zeitgeist-affinen, aber ungerechten Chefredakteur markiert. Für eine Story schickt er Ella in den Wald. Dort wartet schon Kostja Ullmann als schmucker Förster auf sie.

Cecile hingegen hat einen Sohn mit Down-Syndrom. Und einen Hund, der sich liebevoll um den Nachwuchs kümmert, aber ihren Mann, einen polyglotten Konzertpianisten, nicht ausstehen kann. Was da wohl dahintersteckt? Silke ist Hundetrainerin und kommt mit den Vierbeinern darum blendend aus; nur mit den Menschen hapert es – bis sie den Ex-Fußballer Oli kennen lernt, der ihr allerdings beruflich Konkurrenz macht und sich fortan als Hundesitter verdingt. Lulu hingegen hat mit Hunden nichts am Hut. Sie steht auf Katzen. Das aber bringt sie in Clinch mit dem Hundehalter Seligmann, ihrem ersten Date seit langer Zeit.

Nach seiner großspurigen Möchtegern-Gangsterkomödie „Asphaltgorillas“, die erst kürzlich in die Kinos kam, drehte Detlev Buck wieder eine reine Komödie, jenes Genre, dem er Anfang der 1990er-Jahre mit „Karniggels“ und „Wir können auch anders“ eine Frischzellenkur verpasste. Das waren Filme, die ihren Protagonisten genau zuschauten, die absurde Situationen kreierten und durch ihre Lakonie bestachen. Doch das ist lange her. Jetzt begnügt sich Buck damit, die Pseudo-Probleme von unzureichend entworfenen Frauenfiguren zum Gegenstand eines Episodenfilms zu machen, der die Männer auf lächerliche Witzfiguren reduziert und den Hund zum besseren Menschen erklärt – ohne das Verhältnis von Mensch und Tier näher zu beleuchten.

Von Beginn an springt die Inszenierung zwischen den einzelnen Episoden hin und her, wirft dem Zuschauer hier einen Happen zu, will ihn dort mit einem Gag ködern. Doch die Aneinanderreihung von albernen Begebenheiten und pathetischen Gesten ist weder unterhaltsam noch erkenntnisreich. Das Drehbuch von Andrea Willson schielt viel zu sehr darauf, die Leserinnen von Frauenzeitschriften ins Boot zu holen, um sie dann davon zu überzeugen, dass andere Frauen noch größere Probleme als sie selbst haben. Doch die Probleme in „Wuff“ sind gar keine, sie lösen sich am Ende in Wohlgefallen auf. Das ist für einen abendfüllenden Spielfilm dann doch zu wenig.

„Wuff“ erinnert in seiner Anlage an „Traumfrauen“ (2015), in dem ebenfalls vom Schicksal gebeutelte Frauen nach der wahren Liebe suchen. Dessen Regisseurin Anika Decker verpasste darin die Chance, etwas Kluges über weibliche Solidarität oder die Abwehr männlicher Begehrlichkeiten, im Beruf wie im Privatleben, zu sagen. Auch Buck fällt dazu nichts ein. Stattdessen präsentiert er abgegriffene Klischees über den Alltag in einer Zeitschriftenredaktion: ein Haifischbecken, in dem jeder rücksichtslos an seiner eigenen Karriere bastelt und Inhalte keine Rolle spielen. Cameos von Judy Winter, Ferdinand von Schirach, dem Rapper Romano sowie zweier Germany’s Next Topmodels wollen vom Bekanntheitsgrad der Prominenten aus anderen Bereichen profitieren. Doch was nutzt das, wenn der Film so oberflächlich und unausgegoren daherkommt?

Ein wenig leid kann einem Frederick Lau tun, der es schon in „Traumfrauen“ mit flauschigen Welpen zu tun bekam und hier gleich ein halbes Dutzend Hunde auf einmal Gassi führen muss. Immerhin gelingt es ihm, seiner undankbaren Rolle so etwas wie Würde zu verleihen.

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