Historienfilm | Russland/Frankreich 2018 | 129 Minuten

Regie: Kirill Serebrennikow

Im Leningrad der 1980er-Jahre nehmen Bands wie „Zoopark“ und „Kino“ Einflüsse der westlichen Punk- und New Wave-Musik auf; ihre Musik wird zum Ausdrucksmedium einer nach mehr Freiheit lechzenden jugendlichen Subkultur innerhalb des Sowjetstaats. Der Film fokussiert auf eine Dreiecksbeziehung zwischen einer jungen Frau und den beiden Frontmännern von „Zoopark“ und „Kino“. Dabei gelingt es dem Film, auch dank seiner ebenso fantasievollen wie virtuosen Inszenierung und mitreißender Musik, im Rahmen dieser Liebesgeschichte eindrucksvoll das gesellschaftliche Klima in der Sowjetunion der 1980er-Jahre einzufangen und zwischen Nostalgie und Optimismus den Freiheitsdrang seiner jugendlichen Protagonisten zu feiern. - Sehenswert ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
LETO
Produktionsland
Russland/Frankreich
Produktionsjahr
2018
Regie
Kirill Serebrennikow
Buch
Michail Idow · Lily Idowa · Kirill Serebrennikow · Iwan Kapitonow
Kamera
Wladislaw Opeljants
Musik
Roman Bilyk
Schnitt
Juri Karich
Darsteller
Roma Zver (Maik Naumenko) · Irina Starshenbaum (Natascha) · Teo Yoo (Viktor Zoi) · Philipp Awdejew (Leonid) · Alexander Gorchilin (Punk)
Länge
129 Minuten
Kinostart
08.11.2018
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 14.
Genre
Historienfilm | Musikfilm
Diskussion

Kirill Serebrennikovs meisterliches Porträt der Punkbewegung in der Sowjetunion der 1980er Jahre, festgemacht an einer Dreiecks-Liebesgeschichte.

Der Nachmittag, an dem alles anfing: ein Sonntag am Strand, eine Gruppe Jugendlicher, Wein, Wodka, Musik. Irgendwann wird nackt gebadet, am Lagerfeuer gesungen. Die beiden Neuen in der Gruppe gehören nun auch dazu. Eines der Lieder heißt „Sommer“, auf Russisch „Leto“: „Summer! / Recently I’ve heard somewhere / That a comet will come soon / And we will all die“. Das könnte sich überall ereignen, spielt aber in „Leningrad, in den frühen 1980er-Jahren“, wie ein Insert verrät, mitten in der UdSSR, aber weit weg vom Sowjetstaat. Zu Beginn ist die Kamera Gast bei einem halblegalen Konzert in einem Hinterhof; ein paar Herren von der Partei sind auch da und sorgen dafür, dass allzu enthusiastisch zur Schau gestellte Emotionen schnell wieder verschwinden. Es spielt eine Band namens „Zoopark“ mit ihrem Frontmann Maik; im Saal sind seine Freundin Natascha und andere, die man bald besser kennenlernt.

Weil dies alles in der UdSSR spielt, schaut man anders auf scheinbar Nebensächliches, genauer, kritischer, aufmerksamer; man bemerkt Adidas-Schuhe, Jeans, westliche Musik, westliche Namen. Der Westen ist Vorbild für diese Jugendlichen, ein Sehnsuchtsraum, in den all ihre Träume, Hoffnungen und mitunter auch pure Utopien projiziert werden. Man bemerkt aber auch, wie

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