Die andere Seite von allem - Eine politische Geistergeschichte

Dokumentarfilm | Serbien/Frankreich/Katar 2017 | 108 Minuten

Regie: Mila Turajlic

Die Mathematikprofessorin Srbijanka Turajlić zählte um die Jahrtausendwende zu den zentralen Figuren des Widerstands gegen die populistische Politik des serbischen Präsidenten Slobodan Milošević. Das von selbstkritischen Reflexionen getragene Porträt stammt von Turajlićs Tochter und reflektiert die jüngere Geschichte Serbiens mit einer Portion Sarkasmus. Mit Witz und Esprit plädiert der Film zugleich für eine politische Kultur, die den Diskurs über gesellschaftliche und historische Widersprüche in den Mittelpunkt stellt. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
DRUGA STRANA SVEGA
Produktionsland
Serbien/Frankreich/Katar
Produktionsjahr
2017
Regie
Mila Turajlic
Buch
Mila Turajlic
Kamera
Mila Turajlic
Musik
Jonathan Morali
Schnitt
Sylvie Gadmer · Aleksandra Milovanovic
Länge
108 Minuten
Kinostart
15.11.2018
Fsk
ab 6; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Genre
Dokumentarfilm
Diskussion

Persönlich gefärbtes Porträt der Mathematikprofessorin Srbijanka Turajlić, die zu den zentralen Gegnerinnen des serbischen Präsidenten Slobodan Milošević gehörte. Mit Witz und Esprit plädiert der Film für eine politische Kultur, die sich Diskursen über gesellschaftliche Widersprüche nicht verweigert.

Die Dokumentarfilmerin Mila Turajlić wurde 1979 in Jugoslawien geboren. Heute, fast 40 Jahre später, heißt ihr Heimatland Serbien, hat mehrere Kriege, eine Hyperinflation und ein NATO-Bombardement hinter sich. Der Staat muss sich für mannigfaltige Kriegsverbrechen verantworten; der autokratische Präsident Slobodan Milošević wurde zunächst verehrt und dann geschasst; sein demokratischer Nachfolger Zoran Đinđić ermordet. Turajlićs charismatische Mutter gehörte zu den Gallionsfiguren des Widerstands gegen Slobodan Milošević. „Die andere Seite von allem“ ist eine Art Bilanz der bewegten Geschichte, persönlich erzählt.

„Wenn ich tatsächlich eine Freiheitskämpferin bin, ist die Freiheit, die ich gewonnen habe, gleichzeitig das größte Scheitern meines Lebens“, fasst Srbijanka Turajlić ihre politische Karriere zusammen. Die Tochter aus gutbürgerlichem Hause stammt aus einer einflussreichen Anwaltsfamilie und machte als Mathematik-Professorin Karriere. 1964 nahm sie an der Mathematik-Olympiade in Moskau teil. Anfang der 1990er-Jahre begann sie sich gegen den kriegstreiberischen Kurs von Milošević zu engagieren und sprach als eine der Hauptrednerinnen auf den Massendemonstrationen der „Otpor“-Bewegung („Widerstand“). „Optor“

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