Vice - Der zweite Mann

Biopic | USA 2018 | 134 Minuten

Regie: Adam McKay

Kritisches Filmporträt des US-Politikers Richard „Dick“ Cheney, der von den 1960er-Jahren an in republikanischen Regierungen die Politik der USA mitprägte und vor allem als Vizepräsident (2001-2009) zahlreiche fatale Entscheidungen verantwortete. Der differenzierte Film folgt Cheneys Lebens- und Berufsstationen weitgehend chronologisch, stellt sie aber durch Kommentare, Bildmontagen und surreale Illusionsbrüche in einen größeren Zusammenhang. Dadurch weitet sich das formal und darstellerisch brillante Werk zur bitteren Satire auf ein über Jahrzehnte aufgebautes System, in der neben skrupellosen Machtmenschen auch geistig träge Wähler aufs Korn genommen werden. - Sehenswert ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
VICE
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2018
Regie
Adam McKay
Buch
Adam McKay
Kamera
Greig Fraser
Musik
Nicholas Britell
Schnitt
Hank Corwin
Darsteller
Christian Bale (Dick Cheney) · Amy Adams (Lynne Cheney) · Steve Carell (Donald Rumsfeld) · Sam Rockwell (George W. Bush) · Alison Pill (Mary Cheney)
Länge
134 Minuten
Kinostart
21.02.2019
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 14.
Genre
Biopic | Drama | Komödie
Diskussion

Kritisches Porträt des US-Politikers Richard „Dick“ Cheney, der von den 1960er-Jahren an in republikanischen Regierungen die Politik der USA mitprägte und vor allem als Vizepräsident (2001-2009) zahlreiche fatale Entscheidungen verantwortete.

„Misstraue dem stillen Mann. Denn da, wo andere sprechen, beobachtet er. Wo andere handeln, plant er. Und wenn sie sich schließlich ausruhen – schlägt er zu.“ Dieses angebliche Zitat einer anonymen Quelle steht „Vice – Der zweite Mann“ voran und zieht bereits eine Art Bilanz der Hauptfigur des Films: Richard „Dick“ Cheney. Mit zwei Fluchtbewegungen hat Regisseur Adam McKay den republikanischen US-Politiker zuvor in einem zehnminütigen Prolog eingeführt: einmal als ziellosen jungen Mann, der im Jahr 1963 nicht zum ersten Mal nach einer Alkoholfahrt von der Polizei gestoppt wird; das andere Mal als Vizepräsident, der beim Terror des 11. September 2001 in den sicheren Bunker unterm Weißen Haus gebracht wird – ein äußerlich unberührter Fels, der inmitten der schrillen Alarmtöne schon die nächsten Züge plant.

McKay etabliert dies als Eckpunkte im Leben eines Menschen, der sich öffentlich tatsächlich als „stiller“ Mann ohne (auffallende) Eigenschaften gab, während er hinter den Kulissen während der Amtszeit der Präsidenten Richard Nixon, Gerald Ford, George H.W. Bush und George W. Bush an zahllosen maßgeblichen Fäden zog.

Ein „demokratischer Sozialist“

Wie umfassend Einfluss und Macht von Dick Cheney in der US-Politik wirklich waren, ist Gegenstand historischer Spekulationen. Das macht „Vice“ von vornherein klar. Es versteht sich auch, dass der Film ohne Autorisierung von Cheney oder seinem Umkreis entstand. McKay, der s

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