Drama | USA 2018 | 121 Minuten

Regie: Felix Van Groeningen

Nach einem Erfahrungsbericht gedrehtes Drama über den jahrelangen Kampf eines Vaters, seinem in die Drogensucht abgerutschten Sohn zu helfen, und die allmähliche psychische und physische Veränderung des jungen Mannes. Dabei ist die Inszenierung weniger an Höhe- und Tiefpunkten interessiert als daran, ein Gefühl für die andauernde emotionale Belastung zu vermitteln und zu verdeutlichen, dass Sucht kein Problem ist, das sich rückstandslos lösen lässt, sondern der Kampf dagegen ein fortdauernder Prozess bleibt. Der Film verschränkt verschiedene Zeitebenen, die die Beziehungen der Figuren vor und während der Sucht beleuchten; die tiefe Liebe, die sie verbindet, wird dadurch ebenso akzentuiert wie das Leid, das mit der Entfremdung im Zug der Sucht einhergeht. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
BEAUTIFUL BOY
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2018
Regie
Felix Van Groeningen
Buch
Luke Davies · Felix Van Groeningen
Kamera
Ruben Impens
Schnitt
Nico Leunen
Darsteller
Steve Carell (David Sheff) · Timothée Chalamet (Nic Sheff) · Maura Tierney (Karen Barbour) · Kaitlyn Dever (Lauren) · Timothy Hutton (Dr. Brown)
Länge
121 Minuten
Kinostart
24.01.2019
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Genre
Drama | Literaturverfilmung
Diskussion

Schonungslos nüchternes Drama über einen Vater, der die Drogensucht seines Sohns zu verstehen sucht und diesem helfen will, auch als dieser immer wieder Rückfälle erleidet.

Auf die Frage seines Vaters, warum er Drogen nehme, antwortet der junge Nic Sheff sehr vage: um den Alltag auszuhalten. Was in Nics Fall eigentlich heißt, dass es keinen handfesten Grund gibt – außer natürlich dem, dass Nic jung ist und sich noch zugesteht, vom Leben ein diffuses „Mehr“ zu verlangen, eine Intensität, die so oft fehlt. Der Junge hat gerade die High School mit Bravour hinter sich gebracht; er hat Freunde und eine liebevolle, materiell gut situierte Mittelstandsfamilie. Zwar musste er als Kind mit der Trennung seiner Eltern zurechtkommen, doch haben Vater und Mutter ihr Bestes getan, um dem Kind trotzdem Stabilität zu geben, und Nic hat zur neuen Partnerin seines Vaters und seinen Halbgeschwistern ein harmonisches Verhältnis. Er passt in keines der Klischeebilder, die über Drogensucht kursieren; von Perspektivlosigkeit und Vernachlässigung kann nicht die Rede sein. Trotzdem hält Nic das Leben ohne Drogen nicht aus. Auf den ersten Entzug folgt bald der erste Rückfall, und damit kommt eine Abwärtsspiral

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