Drama | Frankreich/Deutschland/Polen/Großbritannien/USA 2018 | 113 Minuten

Regie: Claire Denis

In einem Raumschiff auf dem Weg zu einem Schwarzen Loch in den Tiefen des Weltalls nimmt eine Wissenschaftlerin unheimliche Experimente an den Besatzungsmitgliedern vor, die als Schwerverbrecher zu der Mission gezwungen wurden. In einem jungen Mann erwächst ihr jedoch ein Opponent, der sich ihren Methoden nicht beugen will. Philosophisch unterfütterter Science-Fiction-Film, bei dem über die Reise ins Ungewisse die Angst-/Lust-Dialektik angesichts der Auflösung von Körpergrenzen und der Überwindung kultureller Tabus verhandelt werden. Dabei verwebt er artifizielle Momente mit körperlichen und setzt dem eher männlich konnotierten Genre eine reizvolle weibliche Perspektive entgegen. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
HIGH LIFE
Produktionsland
Frankreich/Deutschland/Polen/Großbritannien/USA
Produktionsjahr
2018
Regie
Claire Denis
Buch
Claire Denis · Jean-Pol Fargeau · Geoff Cox
Kamera
Yorick Le Saux
Musik
Stuart Staples · Tindersticks
Schnitt
Guy Lecorne
Darsteller
Robert Pattinson (Monte) · Juliette Binoche (Dr. Dibs) · André Benjamin (Tcherny) · Mia Goth (Boyse) · Lars Eidinger (Chandra)
Länge
113 Minuten
Kinostart
30.05.2019
Fsk
ab 16; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Genre
Drama | Science-Fiction
Diskussion

Die französische Filmemacherin Claire Denis schickt in ihrem philosophisch unterfütterten Science-Fiction-Film ein Raumschiff zu einem Schwarzen Loch. Die Reise führt die Besatzung zu einer unheimlichen wie faszinierenden Begegnung mit aufgelösten Körpergrenzen und kulturellen Tabus. Eine reizvolle Weltraum-Weiterführung von Denis’ Beschäftigung mit (kolonialer) Gewalt, Erotik und Differenzverlust.

Ein wilder, wuchernder Garten, mitten im Weltraum: Bereits in den ersten Einstellungen von „High Life“ ruft Claire Denis einerseits Klassiker des Science-Fiction-Films wie die von Andrej Tarkowski in Erinnerung, zugleich wendet sie dessen philosophisch-reflexive Momente in eine entschieden fleischliche Dimension. Wenn die Kamera entlang der feuchten Gewächse gleitet und zwischen Hülsenfrüchten und Dunstschleiern plötzlich auf einem Fuß landet, dessen unheimliche Verdrehung auf eine Leiche schließen lässt, dann etabliert sich bereits ein Thema, das den Film auch weiterhin strukturieren wird: Die Heimsuchung durch das Fremde im Eigenen und die kulturelle Grenzüberschreitung.

Der junge Astronaut Monte (Robert Pattinson) schwebt in seinem kastenförmigen Raumschiff durch die endlosen Weiten des Universums, bis seine meditative Ruhe vom Schreien eines Babys durchbroch

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