Of Fathers and Sons - Die Kinder des Kalifats

Dokumentarfilm | Deutschland/Libanon/Syrien/Katar 2017 | 99 Minuten

Regie: Talal Derki

2014 gewann der syrische Filmemacher Talal Derki das Vertrauen eines radikalen Islamisten und nahm zwei Jahre lang mit der Kamera an dessen Leben und dem seiner acht Söhne teil. Der weitgehend still beobachtende Dokumentarfilm fängt verstörende Szenen der Indoktrination der Kinder in ein geschlossenes System des Hasses ein. Nach dem Willen des Vaters sollen die Jungen so früh wie möglich in den Kampf gegen „Ungläubige“ ziehen. Die erhellenden und oft erschreckenden Aufnahmen zeichnen kein umfassendes Bild des Krieges und mindern auch nicht Ängste vor dessen Folgen; dennoch findet die Hoffnung auf eine bessere Zukunft für Syrien darin auch einen Platz. - Sehenswert ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
OF FATHERS AND SONS
Produktionsland
Deutschland/Libanon/Syrien/Katar
Produktionsjahr
2017
Regie
Talal Derki
Buch
Talal Derki
Kamera
Kahtan Hassoun
Musik
Karim Sebastian Elias
Schnitt
Anne Fabini
Länge
99 Minuten
Kinostart
21.03.2019
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 16.
Genre
Dokumentarfilm
Diskussion

Zwei Jahre lang begleitete der syrische Filmemacher Talal Derki das Leben eines radikalen Islamistenund seiner acht Söhne. Der still beobachtende Dokumentarfilm fängt verstörende Szenen der Indoktrination in ein geschlossenes System des Hasses ein.

Trümmer, so weit das Auge reicht. Kampfflugzeuge kreuzen den Himmel, immer wieder sind Explosionen und Rauch zu sehen. Es ist eine Landschaft wie aus einem Albtraum, durch die ein Mann auf einer noch halbwegs intakten Straße fährt, der sich freiwillig in diese Sphäre des Schreckens aufgemacht hat. Talal Derki, ein in Damaskus geborener Filmemacher, der seit Jahren in Berlin lebt, hat seine sichere Heimstatt aufzugeben, weil ihn der Krieg in Syrien nicht mehr loslässt.

Schon in „Homs – Ein zerstörter Traum“ (2013) thematisierte Derki die Anfänge des Bürgerkriegs und die Wut der syrischen Jugend auf die despotische Regierung des Assad-Clans. Seine neuerliche Rückkehr ins Land seiner Geburt entsprang einem noch persönlicheren Ansatz: Er habe sich aufgemacht zu den Männern, die sich nach Krieg sehnen, weil er seine Angst besiegen wolle, verrät Derki aus dem Off. Ein Blick in den Rückspiegel des Autos zeigt kurz darauf eine Momentaufnahme des Regisseurs mit seiner Kamer

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