True Detective - Staffel 3

Krimi | USA 2019 | Minuten

Regie: Daniel Sackheim

Staffel 3 der Krimiserie spielt in den Ozarks in Arkansas und kreist auf drei Zeitebenen ums Verschwinden zweier Kinder und die beiden Detectives, die versuchen, den Fall aufzuklären: In den 1980er-Jahren verschwinden ein 12-Jähriger und seine kleine Schwester; im Jahr 1990 gibt es neue Entwicklungen, sodass die beiden Ermittler erneut versuchen, Licht in die Sache zu bringen, und 2015 blickt einer der Cops, der mittlerweile an Demenz leidet, aus dem Ruhestand heraus nochmal auf die Geschehnisse zurück. Das Springen zwischen diesen Zeitebenen behindert den Erzählfluss und wirkt mitunter als künstliches Mittel der Spannungssteigerung. Dabei fesselt die Serie weniger als „Whodunit“, sondern vor allem als Charakter- und Gesellschaftsporträt, das sich zur radikalen, abgründigen Abrechnung mit amerikanischen Erinnerungsverlusten in den Jahrzehnten seit dem Vietnamkrieg rundet. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
TRUE DETECTIVE SEASON 3
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2019
Regie
Daniel Sackheim · Nic Pizzolatto · Jeremy Saulnier
Buch
Nic Pizzolatto · Graham Gordy · David Milch
Kamera
Nigel Bluck · Germain McMicking
Musik
T-Bone Burnett · Keefus Ciancia
Schnitt
Leo Trombetta
Darsteller
Mahershala Ali (Wayne Hays) · Carmen Ejogo (Amelia Reardon) · Stephen Dorff (Roland West) · Scoot McNairy (Tom Purcell) · Ray Fisher (Henry Hays)
Länge
Minuten
Kinostart
-
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Genre
Krimi | Serie
Diskussion

Das Ende der Zivilisation und die Kunst der Erinnerung: Die dritte Staffel der Krimiserie „True Detective“ ist das Porträt einer schwer beschädigten amerikanischen Männlichkeit und ein treffender Kommentar zur Trump-Ära.

 

„Ten years is nothing. I remember everything.“ - „Well. We can’t know. I mean, what you don’t remember, you don’t know you don’t remember.“ (aus Folge 1 von „True Detective, Staffel 3)

Alles fängt langsam an, hebt kurz in der Mitte ab, setzt dann zu einer sanften Zwischenlandung an, bevor es sich in ein furioses, wenn auch nicht komplett zufriedenstellendes Finale steigert. Das Intro, zu dem die Credits laufen, evoziert unmittelbar die Südstaaten der USA. Allerdings Südstaaten, die weniger pittoresk sind als in der in Louisiana angesiedelten ersten Staffel von „True Detective, auch viel weniger Southern Gothic als in „Sharp Objects“, dem HBO-Serienrenner des letzten Sommers. Es ist einfach nur ein namenloser Ort in Arkansas, in dem alles spielt – im Herzen der Ozarks, die auch schon die Netflix-Krimiserie „Ozark“ als öden, heruntergekommenen Redneck-Landstrich porträtierte.

Die allerersten Bilder reißen dann noch einmal kurz Erinnerungen an „Sharp Objects“ auf: Hier wie dort beginnt alles mit zwei Kindern auf einem Fahrrad, eines davon, ein Bonanza-Rad, markiert sofort die Zeitebene als späte 1970er-, frühe 1980er-Jahre; Zeitlupe und Tonspur etablieren eine unheilschwangere Atmosphäre, und hier wie dort wird eines der Kinder bald tot sein. Die Suche nach zwei verschwundenen, vermutlich ermordeten Geschwistern wird zum Fall im Zentrum der äußeren Handlung; sie ist aber im Prinzip vor allem ein Vorwand zur Erörterung existentieller Fragen.

Trotzdem ist diese anfängliche Fahrradfahrt der bald für immer verschwinde

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