Drama | USA 2018 | 105 Minuten

Regie: Paul Dano

In den 1960er-Jahren durchleidet ein Jugendlicher im Mittleren Westen der USA das Scheitern der Ehe seiner Eltern. Der Film nach dem gleichnamigen Roman von Richard Ford verändert dabei die Perspektive des Jungen, den er zwei Jahre jünger macht, und konzentriert sich auf die subtile Schilderung seiner Ohnmacht. Das ausnehmend bedächtig und nüchtern inszenierte Kammerspiel verwandelt die literarische Vorlage in etwas komplett Eigenes und lotet die Tragik eines Scheiterns aus der Sicht eines Heranwachsenden aus. Das mitunter bedrückende, tief beeindruckende Drama schreibt sich überdies tief in die damaligen Zeitumstände ein. - Sehenswert ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
WILDLIFE
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2018
Regie
Paul Dano
Buch
Paul Dano · Zoe Kazan
Kamera
Diego García
Musik
David Lang
Schnitt
Louise Ford · Matthew Hannam
Darsteller
Jake Gyllenhaal (Jerry Brinson) · Carey Mulligan (Jeanette Brinson) · Bill Camp (Warren Miller) · Ed Oxenbould (Joe Brinson) · Zoe Margaret Colletti (Ruth-Ann)
Länge
105 Minuten
Kinostart
-
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 16.
Genre
Drama | Literaturverfilmung
Diskussion

Adaption eines Romans von Richard Ford um einen Heranwachsenden, der in den 1960er-Jahren im Mittleren Westen der USA ohnmächtig das Zerbrechen der Ehe seiner Eltern ertragen muss.

„Wildlife“ schildert aus Sicht eines Jugendlichen das Scheitern der Ehe seiner Eltern in den USA der 1960er-Jahre. Bevor man über den Film redet und ihn betrachtet, sollte man sich vor Augen führen, dass „damals“, also vor 1968, eine andere Zeit herrschte. Die westliche Gesellschaft war verklemmter (oder gehemmter); das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern, so innig sie sich auch zugetan waren, distanzierter. Erziehung zielte weniger auf die individuelle Entwicklung des Kindes als auf dessen Ausbildung zum tüchtigen Erwachsenen und (Staats-)Bürger.

Das Leben, vor allem die Kommunikation, verlief langsamer – man könnte auch sagen: bedächtiger. Es gab kein Internet, keine Handys, keine Computer. Motorfahrzeuge, Flieger und Eisenbahnen kamen deutlich langsamer als heute voran; eine Strecke von 50 Kilometern, die in der Gegenwart keine Distanz mehr zu sein scheint, war damals ein weiter Weg.

Dessen muss man sich bewusst sein, weil „Wildlife“, der auf dem 1990 erschienen gleichnamigen Roman von Richard Ford beruht, über weite Strecken als intimes Kammerspiel funktioniert, das sich tief in diese Zeit einschreibt. Nich

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