Abenteuer | Neuseeland 2018 | 79 Minuten

Regie: Tim van Dammen

Bei der Beraubung eines alten Chinesen fällt einem Kleinganoven ein altes Armband in die Hände. Dieses besitzt die Fähigkeit, seinen Besitzer eine kurze Spanne durch die Zeit teleportieren zu können. Dies kommt dem Dieb durchaus zupass, während ihm der Nebeneffekt, dass bei den Zeitsprüngen Klone von ihm erzeugt werden, das Leben nicht gerade erleichtert. Turbulente Low-Budget-Komödie mit Krimi-, Science-Fiction- und Horrorelementen, die es mit der Sinnhaftigkeit der Geschichte nicht allzu genau nimmt. Dafür punktet der Film durch gutes Timing, trockenen Humor und ein sympathisches Ensemble. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
MEGA TIME SQUAD
Produktionsland
Neuseeland
Produktionsjahr
2018
Regie
Tim van Dammen
Buch
Tim van Dammen
Kamera
Tim Flower
Musik
Mike Newport
Schnitt
Luke Haigh
Darsteller
Morgan Albrecht (Shayna) · Milo Cawthorne (Damage) · Jonny Brugh (Shelton) · Yoson An (Wen) · Jaya Beach-Robertson (Hootch)
Länge
79 Minuten
Kinostart
18.04.2019
Fsk
ab 16
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Genre
Abenteuer | Action | Komödie | Science-Fiction
Diskussion

Turbulente und einfallsreiche neuseeländische Low-Budget-Komödie um einen Kleinganoven, dem ein Zeitreise-Armband mit praktischen Einsatzmöglichkeiten, aber auch Nebenwirkungen in die Hände fällt.

Das ist die Chance: Einfach das Geld des Chinesen klauen und endlich mal eine vernünftige Karriere auf der schiefen Bahn starten. Kleinganove John will endlich beweisen, dass er Mumm hat und seinem Kleinganoven-Chef Shelton dessen leicht verdientes Geld klauen. Daher nimmt der sympathische Tagträumer die Chance wahr, zusammen mit seinem Kumpel Gaz den Botenjob zum Selbstfindungs-Trip umzufunktionieren. Dabei schnappt er sich neben dem Geld gleich noch ein altes Armband vom uralten Chinesen, dessen Geld er gerade hat mitgehen lassen, noch nicht ahnend, dass in seinem alten Holz ein Fluch wohnt. Oder ist es doch ein Segen? Betätigt man nämlich den kleinen Knopf am Schmuckstück, reist man für eine kurze Spanne durch die Zeit.

Das hat den Vorteil, dass man den Kumpanen des ob des Coups leicht ungehalten reagierenden Chefs entgehen und somit mit dem Leben davonkommen kann. Ein „kleiner Haken“ ist indes doch an der Sache. Denn mit jeder Zeitreise klont sich auch der Reisende. Dieser Umstand hat unweigerlich zur Folge, dass der sehr freizügig mit dem Knopf des Armbands spielende John bald vier weitere Johns neben sich rumspringen hat. Gut für die weitere Verwirrung seiner Widersacher, aber schlecht für den eigenen Überblick und den seiner angehenden Freundin Shayna, die nicht genau weiß, was sie von dem Mummenschanz halten soll.

Die Emanzipation eines Losers mit Science-Fiction-Twist

„Mega Time Squad“, der seinen Namen von der Gang hat, die John zwischenzeitlich mit seinen Zeitreisedoppelgängern aufzieht, ist ein kleiner feiner Genre-Film der Marke: „Was wäre eigentlich, wenn…“ Regisseur, Drehbuchautor und Co-Produzent Tim van Dammen hat einmal durchgespielt, was passieren würde, wenn er die recht simple Krimi-Idee von der Emanzipation eines Losers mit einem Science-Fiction-Twist und einer leichten Horror-Note verschneidet. Bei einem so kleinen Budget und dem freien Geist der durch Unkonventionalität bestechenden Kino-Nation Neuseeland (der Heimat von Peter Jackson), ist aus der Idee mal eben ein Film entstanden, der aus mehr besteht als aus einer kurzatmigen Idee. Als Regisseur hat van Dammen, den die mitunter mangelnde Logik des Plots nicht groß interessiert, ein Händchen für die richtige Pointe zur richtigen Zeit und versteht es, seinen skurrilen Cast mit klugem Timing durch das überschaubare Set zu treiben.

Der trockene Humor in der mehr durch Haschisch als durch Horror beseelten Handlung trägt durchaus über die kurze Distanz von Exposition bis Showdown, und dass man den „großen Haken“ von Johns Spiel mit dem Schicksal über lange Zeit nicht weiter thematisiert, versteht van Dammen auch noch irgendwie aufzulösen. Denn eigentlich haust im Holz des Armbandes noch ein Dämon, der seinen Blutzoll eintreiben will, wenn permanent durch die Zeit gereist wird. Aber so ist das nun mal, wenn das „Was wäre eigentlich, wenn…“ eine andere nette Wendung nimmt. Wer fragt dann noch nach der einst postulierten Auflösung?

Und so nimmt die seltsame kleine Geschichte aus dem verschnarchten Paeroa, das 2012 einmal stolzer Gewinner der Auszeichnung „Neuseelands Gemeinde des Jahres“ war, einen Verlauf, der dem Örtchen sicher keine weiteren Schlagzeilen bescheren wird. Es ist ja eigentlich nichts Besonderes passiert, am anderen Ende der Welt.

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