Sommer 1943 - Das Ende der Unschuld

Historienfilm | Polen 2016 | 144 Minuten

Regie: Wojciech Smarzowski

Wolhynien, 1939: Eine polnische Bauerstochter, die gegen ihren Willen mit einem reichen Bauern verheiratet wurde, gerät in einem Dorf in der polnisch-ukrainischen Grenzregion in die Mühlen der Kriegsaggressionen. Sowohl Hitlerdeutschland als auch die Sowjetunion versuchen Ansprüche auf die Region gewaltsam geltend zu machen; außerdem schwelt der Konflikt zwischen der ukrainischen Mehrheit und der polnischen Minderheit, der sich 1943/44 in grausamen Massakern entlädt. Der Film verfolgt die Ereignisse aus der Sicht der Bäuerin, ihrer Familie und Bekannten und zeichnet ihn, unter anderem durch krasse Gewaltszenen, als bestialischen Verlust an Menschlichkeit. Dabei versucht der Film, ein differenziertes Bild der Ereignisse zu zeichnen und einen übersteigerten Nationalismus und ethnische wie religiöse Ressentiments als Wurzel der Gewalt anzuprangern.

Filmdaten

Originaltitel
WOLYN
Produktionsland
Polen
Produktionsjahr
2016
Regie
Wojciech Smarzowski
Buch
Wojciech Smarzowski
Kamera
Piotr Sobocinski Jr.
Musik
Mikolaj Trzaska
Schnitt
Pawel Laskowski
Darsteller
Michalina Labacz (Zosia Glowacka) · Arkadiusz Jakubik (Maciej Skiba) · Wasyl Wasylik (Petro) · Adrian Zaremba (Antek Wilk) · Izabela Kuna (Glowacka)
Länge
144 Minuten
Kinostart
-
Fsk
Neuprüfung: ab 16 (fr. ab 18)
Genre
Historienfilm | Kriegsfilm

Heimkino

Verleih DVD
Tiberius (16:9, 2.35:1, DD5.1 pol. & urkrain. & russ./dt.
Verleih Blu-ray
Tiberius (16:9, 2.35:1, dts-HDMA pol. & urkrain. & russ./dt.
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Diskussion

Ein polnischer Kriegsfilm um die sogenannten Wolhynien-Massaker, die sich im Zuge des Zweiten Weltkriegs in der polnisch-ukrainischen Grenzregion ereigneten. Dabei geht es Regisseur Wojciech Smarzowski vor allem darum, den Nationalismus als Wurzel des Übels zu geißeln.

Es beginnt folkloristisch mit einer Hochzeit: Die Polin Hela heiratet den Ukrainer Vasyl. Das Ereignis wird als großes, rituelles Dorffest zelebriert. Noch ist solche Ehe in Wolhynien möglich, auch wenn es unter den Gästen schon einige gibt, die über das Bündnis murren. Im Jahr 1939 besteht die Bevölkerung der polnisch-ukrainischen Grenzregion, wie zu Beginn erläutert wird, zu 70 Prozent aus Ukrainern; 18 Prozent der Wolhynier sind Polen, zehn Prozent Juden.

Wenige Jahre später sind alle drei Bevölkerungsgruppen drastisch dezimiert – teilweise abgeschlachtet von den Deutschen, die Wolhynien 1941 besetzten und daran gingen, die jüdische Bevölkerung zu ermorden. 100 000 Polen und 15 000 Ukrainer kamen dann bei dem um, was als Wolhynien-Massaker in die Geschichte eingegangen ist. 1943 starteten ukrainische Nationalisten unter Stepan Bandera einen Vernic

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