Drama | Japan 2016 | 78 Minuten

Regie: Sion Sono

Eine erfolgreiche Künstlerin langweilt sich in ihrem Luxusleben und quält und demütigt zum Zeitvertreib ihre Assistentin. Diese Situation entpuppt sich allerdings als Set eines Erotikfilms, in dem die beiden Frauen als Schauspielerinnen agieren und von lüsternen männlichen Blicken verfolgt werden. Doch auch diese Enthüllung wird mehrfach gebrochen. Ein von überbordendem Einfallsreichtum und schrillen Tönen geprägter Filmexzess, der die Illusionskraft des Kinos zugleich hinterfragen wie feiern will. In seiner selbstreflexiven Erkundung von Verhaltensmustern greift der Film auch die Ausbeutung von Frauen auf, wobei er sich verbindlichen Positionen entzieht.

Filmdaten

Originaltitel
ANCHIPORUNO
Produktionsland
Japan
Produktionsjahr
2016
Regie
Sion Sono
Buch
Sion Sono
Kamera
Maki Itô
Musik
Susumu Akizuki
Schnitt
Junichi Itô
Darsteller
Ami Tomite (Kyôko) · Mariko Tsutsui (Noriko) · Fujiko · Sayaka Kotani · Tomo Uchino
Länge
78 Minuten
Kinostart
16.05.2019
Genre
Drama
Diskussion

Ein von überbordendem Einfallsreichtum und schrillen Tönen geprägter Filmexzess des japanischen Regisseurs Sion Sono, der die Illusionskraft des Kinos mit einer mehrfach gebrochenen Erzählung um Abhängigkeit und Ausnutzung gleichzeitig hinterfragt wie feiert.

Ständiger Wandel bestimmt die Filme des japanischen Regisseurs Sion Sono. Seine Figuren sind unentwegt auf der Suche nach einer Alternative zu den Verhältnissen, die ihnen die japanische Gesellschaft anbietet. Sie flüchten sich in Sekten und Rebellionen, nur um aus den kurzlebigen Bündnissen und Ersatzfamilien doch wieder auszubrechen.

In den letzten Jahren übertrug der umtriebige Regisseur seine Skepsis gegenüber jeder Form von Institution sogar aufs eigene Kino. Schon in seinem rasanten „High-School-Splatter-Film“ TAG (2015) richtete sich eine Gruppe fiktionaler Schülerinnen gegen die Schöpfer ihrer eigenen Geschichte. In Interviews begann der Regisseur sich als Feminist zu beschreiben. Doch ganz ohne Reibungshitze fügt sich dieser neue Zugang nicht in sein filmisches Weltbild, welches zuvor oft von Sex, Gewalt und der Kombination beider bestimmt war. Deshalb ist das Kino von Sion Sono von einer aufregenden Widersprüchlichkeit.

Das zeigt sich auch in seinem Beitrag zu einer Reihe von Neuauflagen, die das Studio Nikkatsu nach den berühmt-berüchtigten „Roman Porno“-Filmen entwickeln ließ. Diese Spielart des Erotikfilms verband in den 1970er- und 1980er-Jahren eine hohe Frequenz von Sexszenen mit einem künstleris

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