Historienfilm | Südkorea 2018 | 101 Minuten

Regie: Jong-ho Huh

Zwei einst in Ungnade gefallene Kämpfer des Königs und ihr wehrhaftes Ziehkind werden aus dem Exil geholt, um einerseits einer vermeintliche Hofintrige und andererseits einem Gerücht nachzugehen, ein Monster aus den Bergen brächte Tod und Pest übers Land. Als sie erkennen, dass sich beide Vermutungen bewahrheiten, bekommen sie es mit übermenschlichen Gegnern aus den Wäldern und aus den eigenen Reihen zu tun. Bildgewaltige Fantasy, die im Mix aus Horror und Historie kurzweilige und bildgewaltige, wenn auch dramaturgisch reichlich unglaubwürdige Unterhaltung bietet. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
MULGOE
Produktionsland
Südkorea
Produktionsjahr
2018
Regie
Jong-ho Huh
Buch
Jong-ho Huh · Heo-dam
Kamera
Kim Dong-Yeong
Musik
Mowg
Schnitt
Shin Min-kyeong
Darsteller
Myung-min Kim (Yoon Gyeom/Yun-kyum) · Kim In-kwon (Sung Han) · Lee Hyeri (Myung) · Choi Woo-sik (Heo/Hu) · Park Sung-woong (Jin Yong)
Länge
101 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 16
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Genre
Historienfilm | Horror

Heimkino

Verleih DVD
Koch Media
Verleih Blu-ray
Koch Media
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Diskussion

Ein Blockbuster aus Südkorea: Im 16. Jahrhundert bekommen es zwei Kämpfer und ihre wehrhafte Pflegetochter mit einem Pest-verbreitenden Monster und einer Hofintrige zu tun.

Nur wenige können sich an das Massaker von einst erinnern, als König Jungjong die Tötung dutzender Bauern eines Bergdorfes anordnete, die mit dem grassierenden Pestbakterium infiziert schienen. Yun-kyum und Sung-han haben all das nicht vergessen, dienten sie doch als schlagkräftige Kämpfer in der Armee des Königs und mussten aufgrund Befehlsverweigerung am Tag des Massakers ins Exil. Nun leben sie weitab des Palastes in Armut, aber glücklich in den Bergen zusammen mit Myung, jenem kleinen Mädchen, dass sie einst gegen den Willen der Oberen gerettet und großgezogen haben.

Aber die Vergangenheit holt auch sie ein. Denn unheilvolle Gerüchte bahnen sich den Weg durchs Hinterland: ein Monster schlachte Menschen ab, und selbst die Überlebenden seien dem Tode geweiht, da sie nach dem Kontakt mit der Bestie mit der eigentlich besiegten Pest infiziert seien. Adjutant Hur soll Meisterkämpfer Yun-kyum und seinen besten Freund reaktivieren und in eine Mission einbinden, die das Gerücht widerlegen und als Intrige des Innenministers Sim Woon entlarven soll. Das eilig zusammengestellte Himmelfahrtskommando um die drei Einsiedler kommt jedoch zu einer erschreckenden Erkenntnis. Beides stimmt: sowohl das Gerücht, als auch die Verschwörungstheorie des Königs.

Ein opulenter Mix aus Hof-Intrigen und Monsterhorror

„Monstrum“ kommt kostüm- und schauwertträchtig als Horrorfilm in historischem Gewand daher. Südkorea will mit dieser budgetstarken und prestigeträchtigen Blockbusterproduktion einmal mehr beweisen, dass es sehr wohl in der Lage sind, mit großem Kino und einer Mischung aus Emotion, Gewalt und „Eyecandy“ dem großen Vorbild Hollywood Paroli bieten zu können.

Das gelingt indes nur partiell. Auf technischer und formaler Ebene ist das Projekt durchaus gelungen. Eine beträchtliche Anzahl von Nebendarstellern und Statisten dürfen in folkloristischer Kostümpracht des 16. Jahrhunderts durch Wälder, Wiesen und Prachtbauten stampfen. Die CGI-Effekte sind überdurchschnittlich und zeigen ein grausames, riesenhaftes Wesen aus modrigen Waldhöhlen, das von der Physiognomie her vielleicht ein wenig zu drollig erscheint, um wirklich nachhaltig erschrecken zu können. Auf inhaltlicher Ebene muss der Zuschauer indes einige an Logikbrüchen wegstecken, die den Mix aus Hof-Intrigen und Monsterhorror bis zum Effekt geladenen, aber wenig glaubwürdigen Finale begleiten. So muss man einfach hinnehmen, dass sich Myung als Superkämpferin entpuppt, obwohl ihre Ziehväter sich doch eigentlich ihr gegenüber zeitlebens als harmlose Jäger und Sammler ausgaben. Es ist eben alles bildgewaltige Fantasy, und da ist bekanntlich alles möglich, was dem schönen Schein dient. Den, zumindest, bekommt man in „Monstrum“ zuhauf geboten.

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