Verteidiger des Glaubens

Dokumentarfilm | Deutschland 2019 | 90 Minuten

Regie: Christoph Röhl

Dokumentarfilm über das Leben und Denken des deutschen Theologen Joseph Ratzinger, der als Chef der Glaubenskongregation und später als Papst Benedikt XVI. drei Jahrzehnte lang den Kurs der katholischen Kirche bestimmte. Mit einer Mischung aus Archivmaterial und Zeitzeugeninterviews skizziert der Film Ratzingers Wandlung zum Konservativen, der auf die Heiligkeit der Kirche und des Klerus setzte und mit dazu beitrug, dass der Skandal um den sexuellen Missbrauch seiner Priester lange vertuscht wurde. Gegen die Ignoranz und Selbstverherrlichung des Vatikans mobilisiert der Film kritische Stimmen, die andere Konturen eines zeitgemäßen Christentums andeuten. - Ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2019
Regie
Christoph Röhl
Buch
Christoph Röhl
Kamera
Juan Sarmiento G. · Julia Weingarten
Musik
Ali N. Askin
Schnitt
Martin Reimers
Länge
90 Minuten
Kinostart
31.10.2019
Pädagogisches Urteil
- Ab 14.
Genre
Dokumentarfilm

Dokumentarfilm über Joseph Ratzinger, der als Papst Benedikt XVI. auf die Heiligkeit der Kirche und des Klerus setzte und wohl auch deshalb den Skandal um den sexuellen Missbrauch seiner Priester lange vertuschte, damit aber den Vertrauensverlust der katholischen Kirche beschleunigte.

Diskussion

Es ist ein merkwürdiges Phänomen, dass ausgerechnet im Augenblick der tiefen Krise das Papsttum auf der Leinwand eine regelrechte Konjunktur erlebt. Der inhaltliche Bogen reicht dabei von Nanni Morettis milder Komödie „Habemus Papam“ (2011) bis zur ästhetizistischen Dekonstruktion in Paolo Sorrentinos „The Young Pope“-Serie (2016/2019), wo die Insignien päpstlicher Macht- und Prachtentfaltung lustvoll instrumentalisiert werden. Zu diesen menschelnd-verspielten Dramatisierungen gesellt sich demnächst der Film zum Papstwechsel, „Die zwei Päpste“ (2019) von Fernando Meirelles (ab Dezember im Kino und auf Netflix), passend zu Wim Wenders’ filmischer Enzyklika „Ein Mann seines Wortes“ (2018), der Papst Franziskus unkommentiert die Bühne überlässt.

Eine kritische Revision

Jeder dieser Filme nutzt die Figur des Papstes als markante, fast archetypische Größe, die aber eigentümlich unhinterfragt bleibt. Einen spürbar anderen Ton schlägt hingegen der Dokumentarfilm „Verteidiger des Glaubens“ von Christoph Röhl an, der sich dezidiert kritisch mit dem Pontifikat und der Theologie des emeritierten Papstes Benedikt XVI. auseinandersetzt.

Insbesondere den von Ratzinger über drei Jahrzehnte verantworteten Umgang mit massiven Fällen von sexuellem Missbrauch durch Priester und Ordensangehörige führt der

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