Vom Gießen des Zitronenbaums

Komödie | Frankreich/Katar/Deutschland/Kanada/Türkei/Palästinensergebiete 2019 | 102 Minuten

Regie: Elia Suleiman

Ein älterer Palästinenser beobachtet stumm das Treiben um sich herum, pflanzt aus Protest gegen einen Nachbarn, der immer wieder seinen Garten besetzt, dort einen Zitronenbaum und begibt sich nach dem Tod seiner Frau ins Exil, um einen Ort zum Leben zu finden. Diesen findet er allerdings in der Fremde ebenso wenig, wie er die Sehnsuchtsbilder der galiläischen Landschaft vergessen kann. Ohne eine übergreifende Narration bewegt sich die leise Tragikomödie durch liebevoll inszenierte Vignetten zwischen pointiertem Humor und bitterer Zeitkritik. Dabei nimmt sich der Film Raum für das Staunen über die menschliche Ignoranz und setzt schematischem Denken Momente stiller Zärtlichkeit entgegen. - Sehenswert ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
IT MUST BE HEAVEN
Produktionsland
Frankreich/Katar/Deutschland/Kanada/Türkei/Palästinensergebiete
Produktionsjahr
2019
Regie
Elia Suleiman
Buch
Elia Suleiman
Kamera
Sofian El Fani
Schnitt
Véronique Lange
Darsteller
Elia Suleiman (Elia Suleiman)
Länge
102 Minuten
Kinostart
16.01.2020
Fsk
ab 0; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 14.
Genre
Komödie | Satire

Heimkino

Verleih DVD
Neue Visionen
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Leise Tragikomödie des palästinensischen Filmemachers Elia Suleiman, in der er als stummer Beobachter die Welt bereist, auf menschliche Ignoranz in vielen Formen trifft und schematischem Denken Momente stiller Zärtlichkeit entgegensetzt.

Diskussion

Ein beschaulicher kleiner Garten voller Zitronenbäume im malerischen Galiläa wird zum Schauplatz eines absurden Theaters. Schamlos hat sich ein Nachbar die Taschen mit Früchten gefüllt, die ihm nicht gehören. Kurz aufgeschreckt durch den Blick eines stummen Beobachters, gerät er in Rechtfertigungszwang. Nach seiner Behauptung, nicht zu stehlen, wendet er sich jedoch wieder ungerührt seiner Ernte zu. Der Zeuge des Geschehens schweigt, aber auf seinem melancholischen Gesicht spiegelt sich die Tragik einer kollektiven Erfahrung von Ungerechtigkeit.

Der palästinensische Regisseur Elia Suleiman ist dafür bekannt, durch seine wortkargen Filme ausdrucksstarke Geschichten zu erzählen, in denen er selbst Protagonist ist und zugleich hinter einem gesellschaftlichen Panorama zurücktritt. Die artifiziellen Figuren, die er dabei verkörpert, erinnern an Buster Keaton und haben doch wenig mit dem Stummfilm gemein. Denn die Sprache in Suleimans Filmen ereignet sich nicht in Form von Dialogen, sondern im szenischen und gestischen Repertoire des Kinos, auf dessen bildliche Kraft viel zu selten vertraut wird.

Ohne eine übergreifende Narration bew

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