Komödie | Italien 2018 | 99 Minuten

Regie: Giancarlo Fontana

Als ihre Großmutter stirbt, versteckt eine junge Kunstrestauratorin deren Leiche in der Tiefkühltruhe, um mit der Rente der Toten ihren hochverschuldeten Betrieb aufrechtzuhalten. Als sich ein übereifriger Finanzpolizist in sie verliebt, der ihr unter dem Vorwand einer Steuerprüfung tollpatschig den Hof macht, erwachsen daraus schnell Komplikationen. Die mit sanften systemkritischen Tönen unterlegte Komödie setzt auf Slapstick und romantischen Klamauk, weshalb die satirischen Anklänge eher sanft ausfallen. - Ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
METTI LA NONNA IN FREEZER
Produktionsland
Italien
Produktionsjahr
2018
Regie
Giancarlo Fontana · Giuseppe Stasi
Buch
Fabio Bonifacci
Kamera
Valerio Azzali
Musik
Francesco Cerasi
Schnitt
Giancarlo Fontana
Darsteller
Fabio De Luigi (Simone) · Miriam Leone (Claudia) · Lucia Ocone (Rossana) · Marina Rocco (Margie) · Francesco Di Leva (Gennaro)
Länge
99 Minuten
Kinostart
04.07.2019
Fsk
ab 6; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 14.
Genre
Komödie
Diskussion

Mit sanften systemkritischen Tönen unterlegte Liebeskomödie um einen übereifrigen Steuerfahnder und eine hoch verschuldete Kunstrestauratorin.

In Steuerdingen duldet der übereifrige Finanzpolizist Simone keine noch so kleine Unkorrektheit. Einst opferte er dem Steuergesetz sogar seine Ehe mit einer Zahnärztin, als er glaubte, in ihrer Praxis unbedingt eine Steuerprüfung durchführen zu müssen und dabei auf nicht abgerechnete Zahnfüllungen stieß. Um Steuerbetrüger in flagranti zu erwischen, nimmt der mit seinem Beruf heillos überidentifizierte Mann auch mal die Rolle eines Pfarrers ein – um kurz vor der Vermählung eines Ganoven mit einer Greisin wie ein Springteufel aus der Soutane zu springen.

Tiefkühl-Slapstick & andere Kapriolen

Als er sich bei der Überführung eines korrupten Museumsmenschen in einer Ritterrüstung versteckt, kommt es zur Kollision mit Claudia – und Simone verknallt sich buchstäblich auf einen Schlag. Was er nicht weiß: Die junge Restauratorin hat in größter finanzieller Not – das Museum schuldet ihr 160 000 Euro – ihre gerade verstorbene Großmutter unter Tortellini-Bergen in der Tiefkühltruhe begraben. Denn ohne deren monatliche Rente müsste sie ihr Geschäft dichtmachen.

Von den Kollegen befeuert, die ihren in Liebesdingen extrem trotteligen Chef endlich aus seinem einsamen Workaholic-Dasein befreien wollen, sucht der Finanzmensch die Restauratorin zunächst unter dem Vorwand einer Steuerprüfung zu Hause auf. Höchst alarmiert, geht Claudia auf das Werben Simones ein, bevor sie sich nach einigen so waghalsigen wie abstrusen Täuschungs- und Verstellungsmanövern schließlich doch in den Steuerfahnder verliebt. Das Problem mit der eingefrorenen Nonna wird dadurch nicht eben geringer, zumal die Situation durch die Jagd nach einem Mafioso, dem plötzlichen Auftauchen eines alten Verehrers der Großmutter und dem Treiben von Simones Konkurrenten Rambaudo chaotisiert wird.

Betrug & Misswirtschaft

Die beiden Filmemacher Giancarlo Fontana und Giuseppe Stasi erlangten in Italien durch ein satirisches Youtube-Video über Silvio Berlusconi einige Bekanntheit. In ihrem Debutfilm „Amore oggi“ (2014) erzählten sie über die Schwierigkeiten der Liebe in Zeiten der Wirtschaftskrise. Auch hinter den harmlos-quatschigen Turbulenzen von „Nonna mia!“ steckt ein wenig Systemkritik, wenn der Film angesichts der Allgegenwart von Korruption, Betrug und Misswirtschaft die Frage stellt, wie viel Korrektheit man sich in einem zutiefst unkorrekten Staat überhaupt leisten kann. Die mit Tiefkühl-Slapstick und anderem Klamauk gepaarte Romanze ist Fontana und Stasi jedoch wichtiger als die bissige Diagnose, und so fallen die satirischen Töne doch recht zahm aus.

Kommentar verfassen

Kommentieren