Die Drei !!!

Abenteuer | Deutschland 2019 | 99 Minuten

Regie: Viviane Andereggen

Erstes Leinwand-Abenteuer der Jugendbuch-Reihe um die Hobby-Detektivinnen Franzi, Kim und Marie alias die drei Ausrufezeichen. Darin geht es um ein „Peter Pan“-Theaterprojekt während der Sommerferien, das von einem mysteriösen Unbekannten sabotiert wird. Der Kinderfilm lebt von starken darstellerischen Leistungen. Allerdings mangelt es der Adaption an Witz, Originalität und Esprit. - Ab 8.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2019
Regie
Viviane Andereggen
Buch
Doris Laske · Sina Flammang
Kamera
Martin Langer
Musik
Riad Abdel-Nabi
Schnitt
Constantin von Seld
Darsteller
Alexandra Petzschmann (Franzi) · Paula Renzler (Marie) · Lilli Lacher (Kim) · Jürgen Vogel (Robert Wilhelms) · Thomas Heinze (Helmut Grevenbroich)
Länge
99 Minuten
Kinostart
25.07.2019
Fsk
ab 0; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 8.
Genre
Abenteuer | Familienfilm | Komödie | Krimi
Diskussion

Erstes Leinwand-Abenteuer um drei Hobby-Detektivinnen, die mysteriöse Sabotageakte bei einem sommerlichen Theaterprojekt aufklären wollen.

Man möchte es kaum glauben, dass es im deutschen Sprachraum noch Kinder- und Jugendbücher gibt, die nicht verfilmt wurden. Doch der umtriebige Produzent Christian Becker hat doch noch etwas gefunden. Es handelt sich um „Die drei !!!“, eine Reihe, die schon am Titel als Pendant zu den berühmten Kinderdetektiven Justus, Peter und Bob von „Die drei ???“ zu erkennen ist. Die Jugendbücher um die drei Detektivinnen Franzi, Kim und Marie ist zwar noch nicht ganz so erfolgreich und populär wie die der Fragezeichen, was aber auch damit zu tun hat, dass die weiblichen Hobbyschnüfflerinnen erst seit 2006 recherchieren.

Die erste Leinwandadaption liegt in Händen eines „jungen“ weiblichen Trios: der Schweizer Regisseurin Viviane Andereggen sowie den beiden Autorinnen Sina Flammang und Doris Laske. Fürs Kinodebüt der Ausrufezeichen haben sie sich ein Theaterprojekt in den Sommerferien ausgedacht. Auf einer alten, etwas geheimnisvollen Bühne soll „Peter Pan“ inszeniert werden, unter anderem mit den Freundinnen Franzi (Alexandra Petzschmann), Kim (Lili Lacher) und Marie (Paula Renzler).

Kim & Co. sind gefragt

Doch irgendjemand hintertreibt das Vorhaben, an diesem Ort ein Stück aufzuführen. Flackerndes Licht, gruselige Geräusche und blinde Zerstörungswut erwecken den Anschein, als ob es in diesem Theater nicht mit rechten Dingen zugeht. Da sind die detektivischen Fähigkeiten von Kim & Co. gefragt. Die drei hochmotivierten Ausrufezeichen wollen alles daransetzen, jenen mysteriösen Unbekannten zu überführen, der mit seinen heimtückischen Aktionen eine ganze Schulklasse in Atem hält.

„Die drei !!!“ lebt allerdings weniger von einem aufregenden Plot als von seinen herausragenden schauspielerischen Leistungen. Neben den jungen, erfrischend frech agierenden Hauptdarstellerinnen, unter denen Lili Lacher heraussticht, gilt dies vor allem für die erwachsenen Rollen. Hinnerk Schönemann gibt einen herrlich tumben Polizisten, und Armin Rohde den lässigen Ober im „Zum singenden Hummer“. Mit guten Leistungen glänzen auch Jürgen Vogel als schräger Theaterregisseur und Sylvester Groth als Mann mit dubioser Vergangenheit. Allerdings nehmen ihre Parts insbesondere gegen Ende zu viel Raum ein und sind für die anvisierte Zielgruppe, Mädchen zwischen sieben und 13, auch nur mäßig interessant.

Karotten-Angel & Riesenkakerlake

Insgesamt fehlt es „Die drei !!!“ an Witz, Originalität und Esprit, die etwa Detlev Bucks „Bibi & Tina“-Reihe ausgezeichnet hat. Zwar gibt es immer wieder Lichtblicke wie eine peppige Modenschau am Pool, eine „Karotten-Angel“ zum Pferdefüttern oder ein kurioses Kammerjäger-Vehikel mit Riesenkakerlake auf dem Dach. Doch um durchgängig zu unterhalten, ist das zu wenig, zumal auch die Actionszenen rar gesät sind.

Gleich zu Beginn wird bei einer Verfolgungsjagd ein Obststand über den Haufen gefahren, wie man das schon in Dutzenden anderer Filmen besser gesehen hat. Andere „spannende“ Sequenzen leben mehr vom Score, einer Variation des „Mission: Impossible“-Motivs, als von ihrer visuellen Umsetzung. Das hat wohl auch budgetäre Gründe, die offensichtlich kaum Außenaufnahmen zuließen. So spielt der Großteil der Handlung in der Kommandozentrale der Mädchen, im Theater und anderen beengten Räumlichkeiten. Das hat mit großem Kino kaum etwas zu tun.

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