Comicverfilmung | USA 2019 | 473 (Staffel 1; 8 Episoden) 480 (Staffel 2; 8 Episoden) Minuten

Regie: Daniel Attias

Eine Anti-Superheldenserie beruhend auf den gleichnamigen Comics von Garth Ennis und Darick Robertson: In einer Welt, in der Superhelden wie Stars gefeiert werden, aber auch dazu tendieren, ihre Macht und ihren Celebrity-Status zu missbrauchen, schließt sich ein junger Mann einer Gruppe an, die gegen selbstherrliche Superhelden vorgeht. Dabei bekommt es das "The Boys" genannte Team mit "The Seven", den prominentesten Superhelden, zu tun, sowie mit dem Konzern, zu dem die Helden gehören. Die Serie variiert den "vigilante myth" des Genres sozusagen mit umgedrehten Vorzeichen und nutzt das Motiv der Superhelden, um von einer Gesellschaft zu erzählen, in der sich Superhelden als "Markenprodukte" eines Konzerns einspannen lassen, um demokratische Strukturen auszuhöhlen. Obwohl die "Boys" selbst dabei etwas holzschnitthaft bleiben und nur langsam an Profil gewinnen, unterhält die Serie bestens durch die spannende Zeichnung des "Corporate Evil". - Ab 18.

Filmdaten

Originaltitel
THE BOYS
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2019
Regie
Daniel Attias · Jennifer Phang · Stefan Schwartz · Philip Sgriccia · Frederick E.O. Toye
Buch
Evan Goldberg · Eric Kripke · Garth Ennis · Seth Rogen
Kamera
Evans Brown · Jeremy Benning · Jeff Cutter · Dylan MacLeod · Dan Stoloff
Musik
Christopher Lennertz
Schnitt
Nona Khodai · David Kaldor · Cedric Nairn-Smith · David Trachtenberg
Darsteller
Jack Quaid ('Wee' Hughie Campbell) · Karl Urban (Billy Butcher) · Antony Starr (The Homelander) · Erin Moriarty (Annie January / Starlight) · Elisabeth Shue (Madelyn Stillwell)
Länge
473 (Staffel 1; 8 Episoden) 480 (Staffel 2; 8 Episoden) Minuten
Kinostart
-
Pädagogisches Urteil
- Ab 18.
Genre
Comicverfilmung | Serie

Eine Anti-Superheldenserie nach gleichnamigen Comics von Garth Ennis und Darick Robertson um eine Truppe von Außenseitern, die gegen korrupte Superhelden mobil machen.

Diskussion

Staffel 1

Der Tod von Robin ist ein „Kollateralschaden“, für den sich weder die Behörden noch der Superheld A-Train (Jessie Usher) oder der Konzern, der hinter ihm steht, verantwortlich zu fühlen scheinen: Man tut öffentlich Bedauern kund, bietet dem Freund der Toten unter der Hand eine kleine Summe Geld an, damit er die Sache auf sich beruhen lässt und den Mund hält – und ansonsten passiert rein gar nichts. Doch für Hughie Campbell (Jack Quaid) ist das nicht gut genug. Er und Robin waren gerade gemeinsam auf der Straße unterwegs und sprachen übers Zusammenziehen, als er auf einmal nur noch die abgetrennten Hände seiner Liebsten in seinen hielt; der Rest der jungen Frau endete nach der Kollision mit dem superschnellen A-Train als Wolke aus Blut, Knochen und Gewebe. Seitdem schwelt in Hughie die Wut, obwohl der junge Mann, der als Verkäufer in einem Elektroladen jobbt, eigentlich ein friedlicher Zeitgenosse ist – die Arroganz und die schiere Menschenverachtung, mit denen über Robins Tod hinweggegangen wird, will er nicht hinnehmen.

Bodenständige Arbeitertypen gegen egomanisch-eitle Superhelden

Während Superhelden-Stoffe wie das „Marvel Cinematic Universe“ weiter florieren, gedeihen in seinem Windschatten auch schon eine ganze Weile die Anti-Superheldenstoffe, die die Männer und Frauen in Capes und Masken satirisch oder ernst vom Podest holen, auf das die Popkultur sie gestellt hat. Wobei dieses „Vom Podest holen“ im Fall von „The Boys“ freilich keine wirkliche Genre-Revision ist, sondern nur eine Umetikettierung: Der Stoff, der frei auf den gleichnamigen Comics von Garth Ennis und Darick Robertson beruht, variiert einmal mehr den guten, alten Mythos vom „vigilante hero“, der innerhalb eines korrumpierten Gemeinwesens das Recht in die eigenen Hände nimmt – nur dass die tapferen Rächer hier eben nicht Batman und Co. sind, sondern ganz normale Arbeiter-Typen.

Ein Ventil für sein Rachebedürfnis findet Hughie, als er von einem Mann namens Billy Butcher (Karl Urban) angesprochen wird und sich erst widerwillig, bald aber immer radikaler auf die Zusammenarbeit mit ihm einlässt. Billy scharrt eine Gruppe um sich, die sich sogenannte „supes“ vornimmt, die meinen, sie könnten nonchalant die Rechte ihrer normalmenschlichen Zeitgenossen mit

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